| Interne Kanzleinachfolge

Verkauf als letzte Lösung

Bei einigen Steuerkanzleien steht der Verkauf der Praxis nicht im Vordergrund.
Bild: Haufe Online Redaktion

Während einige Kanzleiinhaber den Verkauf ihrer Praxis an andere Berufsträger forcieren, streben manche Kanzleichefs eine kanzleiinterne Nachfolgelösung an.

Manche Steuerberater könnten ihre Kanzlei ohne Schwierigkeiten verkaufen, zögern allerdings, denn sie ziehen interne Lösungen vor. Für die 58 jährige StB Siegried Zybinski (Name der Redaktion bekannt) aus Nordrhein-Westfalen mit ihrer 20köpfigen Kanzlei ist beispielsweise etwa ein möglicher Verkauf ihrer Kanzlei lediglich die letzte Alternative. Sie will, dass in ihrer Kanzlei zu jeder Zeit drei Generationen an Steuerberater tätig sind. In ihrer Kanzlei arbeitet sie als alleinige Geschäftsführerin, hinzukommen zwei stellvertretende Geschäftsführer, die etwas über 40 Jahre alt sind. Hinzu kommt die dritte Generation, die sich gerade auf die Steuerberaterprüfung vorbereitet.

Große US-amerikanische und deutsche WP-Gesellschaften als Vorbild

Nach Angaben von Zybinski hat sie sich dieses Drei-Generationen-Modell von den großen US-amerikanischen und deutschen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften abgeschaut. Wichtig dabei sei es, dass das Wissen und die Erfahrung von der einen zur nächsten Generation weitergegeben werde. Anders als sonst in Deutschland üblich stehe damit die ganze Kanzlei im Mittelpunkt, nicht aber der Kanzleichef. Damit stehe die Beständigkeit der Steuerkanzlei im Fokus, der sich die einzelnen Berater unterordnen müssten. Zybinski selbst denkt an einen Übergabezeitraum von rund drei Jahren, will sich aber alle Optionen auf seien weitere Zukunft offen halten. Gründe dafür sind aber nicht nur persönliche, sondern jahrelange Beziehungen zu Mandanten, die er weiterhin pflegen will.

Kanzleivermittler rechnen mit einem Übergabezeitraum von ein bis zwei Jahren. Während der Suche nach einem Nachfolger sei es wichtig, dass nichts an die Mandanten dringe, das sorge lediglich für Unruhe.

Selbst nach dem Wechsel an der Spitze gelte es, Veränderungen möglichst nicht sichtbar zu machen, räumlich wie personell. Falls der frühere Kanzleichef noch eine paar Jahre in der Kanzlei tätig sein wolle führt dies nach Erfahrungen von Kanzleivermittlern mitunter auch dazu, dass sich viele der Mandanten übertragen lassen.

 

Diese Meldung ist Teil unserer Serie rund um „Kanzleinachfolge und Kanzleikauf“. Sie entstand in Kooperation mit der Glawe GmbH, Köln.

Schlagworte zum Thema:  Kanzleimanagement, Kanzleiorganisation, Kanzleimarketing, Kanzlei

Aktuell

Meistgelesen