10.12.2013 | Top-Thema Fallstricke bei der Grunderwerbsteuer

Minderung der Bemessungsgrundlage

Kapitel
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Bei Grundstückskaufverträgen kommt es u. U. zum Streit mit dem Finanzamt, wenn und soweit es um die Einbeziehung von Erwerbsnebenkosten in die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer geht. 

Deshalb sollten die Beteiligten eines Grundstückskaufvertrags insoweit klare und eindeutige Vereinbarungen zur grunderwerbsteuerlichen Bemessungsgrundlage treffen.

Beispiel: Erwerbsnebenkosten

S (Käufer) erwirbt durch notarielle Urkunde eine Eigentumswohnung zu einem Kaufpreis von 100.000 EUR an und verpflichtet sich zur Übernahme der Erwerbsnebenkosten. Vereinbarungsgemäß erstattet die Veräußerin dem S später diese Kosten.

Grunderwerbsteuerlich sind die vom Käufer zu tragenden Erwerbsnebenkosten (Kosten der Beurkundung des Kaufvertrags, der Auflassung, der Eintragung ins Grundbuch) keine Gegenleistung nach §§ 8 Abs. 1, 9 GrEStG. Denn der Käufer schuldet diese Kosten nicht dem Verkäufer, sondern Dritten. Auch wenn sich der Käufer im Grundstückskaufvertrag ausdrücklich zur Übernahme dieser Erwerbsnebenkosten verpflichtet, erhöht dies die Bemessungsgrundlage nicht.        

An einer Gegenleistung an den Veräußerer fehlt es zudem bei einer vertraglichen Vereinbarung, wonach der Erwerber die Erwerbsnebenkosten trägt und diese Kosten vom Verkäufer erstattet werden. Demgemäß besteht die Verpflichtung des Veräußerers, dem Erwerber die Erwerbsnebenkosten zu erstatten, die grunderwerbsteuerliche Bemessungsgrundlage von 100.000 EUR (vgl. BFH, Urteil v. 17.4.2013, II R 1/12).


Übernimmt der Veräußerer die Grunderwerbsteuer, mindert dies die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer nicht. Denn nach § 9 Abs. 3 GrEStG wird die Grunderwerbsteuer, die für den Erwerbsvorgang zu entrichten ist, der Gegenleistung weder hinzugerechnet noch von ihr abgezogen.


Schlagworte zum Thema:  Grunderwerbsteuer

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