10.12.2013 | Top-Thema Fallstricke bei der Grunderwerbsteuer

Instandhaltungsrücklage herausrechnen

Kapitel
Aufteilung der Gegenleistung
Bild: Margot Kessler ⁄

Liegt eine Gesamtgegenleistung vor, die Entgelt sowohl für das Grundstück als auch für nicht der Grunderwerbsteuer unterliegende Gegenstände ist, ist diese aufzuteilen. 

Im Regelfall hat die Aufteilung nach der sog. Boruttau'schen Formel zu erfolgen. Die Verhältnisrechnung braucht ausnahmsweise dann nicht vorgenommen zu werden, wenn Gegenstand eines Erwerbsvorgangs unter Vereinbarung einer Gesamtgegenleistung ein Grundstück und eine Geldforderung ist. In diesen Fällen reicht es aus, in Höhe der erworbenen Geldforderung einen Abzug von der vereinbarten Gesamtgegenleistung vorzunehmen, weil Kapitalforderungen im Regelfall mit dem Nennwert anzusetzen sind.

Beispiel: Aufteilung der Gegenleistung

S erwirbt eine Eigentumswohnung für 173.000 EUR. Dabei soll der Anteil des Verkäufers an der Instandhaltungsrückstellung ab Übergabe ersatzlos auf den Käufer übergehen. Nach einer vom Verkäufer unterschriebenen Aufstellung beträgt der auf das in der Instandhaltungsrückstellung angesammelte Guthaben entfallende Teil des Kaufpreises 3.000 EUR.

Beim Erwerb einer Eigentumswohnung ist der gleichzeitige Erwerb eines in der Instandhaltungsrückstellung nach § 21 Abs. 5 Nr. 4 WEG angesammelten Guthabens durch den Erwerber nicht in die grunderwerbsteuerrechtliche Gegenleistung einzubeziehen. Denn insoweit wird die Gegenleistung nicht als Entgelt für den Grundstückserwerb erbracht. Er stellt vielmehr Aufwand für den Erwerb einer geldwerten Vermögensposition dar, die nicht unter den Grundstücksbegriff des GrEStG fällt. Die Übernahme dieser Vermögensposition ist mit einer Geldforderung vergleichbar, weshalb die Gesamtgegenleistung von 173.000 EUR für grunderwerbsteuerliche Zwecke um 3.000 EUR zu mindern ist.



Schlagworte zum Thema:  Grunderwerbsteuer, Instandhaltungsrücklage

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