09.11.2011 | Kanzlei & Co.

Elektronische Lohnsteuerkarte: Steuerberater fordern Verschiebung um ein ganzes Jahr

Der Deutsche Steuerberaterverband e.V. (DStV) spricht sich in einer Pressemitteilung gegen Überlegungen aus, den Start von ELStAM nur um wenige Monate zu verlegen.

Pressemitteilung des DStV:

"Totgesagte leben länger" - dieser bekannte Ausspruch könnte sich bei Einführung der "elektronischen Lohnsteuerkarte" (ELStAM) für die alte "Pappe" einmal mehr bewahrheiten. Ursprünglich sollte zum Jahresanfang 2012 die alte Lohnsteuerkarte aus Papier der Vergangenheit angehören. Stattdessen soll der Arbeitgeber künftig die erforderlichen Daten des Arbeitnehmers, wie Steuerklasse und Kinderfreibeträge, elektronisch abrufen.

Im Zuge der Vorbereitungen stellt sich nunmehr heraus, dass überraschend viele Daten der Steuerpflichtigen schlichtweg falsch übernommen wurden. Die Finanzämter werden daher mit "waschkörbeweisen" Änderungsanträgen der Betroffenen überhäuft, was den Starttermin 2012 ernsthaft gefährdet. Zudem soll die Technik noch nicht funktionieren, wie erhofft.

Der DStV spricht sich daher gegen Überlegungen aus, den Start von ELStAM nur um wenige Monate zu verlegen. "Damit würde die Finanzverwaltung allen Beteiligten einen ‚Bärendienst‘ erweisen. Millionenfacher Korrekturbedarf in den Unternehmen wäre voraussichtlich die Folge", warnt der DStV-Präsident Hans-Christoph Seewald.

Stattdessen plädiert Seewald für eine Verschiebung um ein Jahr auf 2013. Die Lohnsteuerkarte 2010, die provisorisch noch für 2011 gilt, müsste dann noch für ein weiteres Jahr in Gebrauch bleiben.

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