| Studie

Doppelmoral bei Steuerbetrug

Vier Millionen Haushalte beschäftigen Minijobber
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Deutschen legen beim Thema Steuerbetrug nach einer Studie Doppelmoral an den Tag.

Sie fordern zwar Ehrlichkeit bei den Abgaben, meinen damit aber eher Reiche und Prominente und weniger sich selbst, wie eine Untersuchung im Auftrag der Minijob-Zentrale in Bochum ergab.

Nach der am Donnerstag bekanntgewordenen Umfrage hat fast jeder fünfte Bundesbürger (17 Prozent) schon einmal Schwarzarbeit genutzt, mehr als jeder Zehnte (11 Prozent) in den eigenen vier Wänden.

Gleichzeitig sind der Forsa-Umfrage zufolge 65 Prozent überzeugt, dass Schwarzarbeit der Gesellschaft schade. 99 Prozent lehnen Steuerbetrug bei Wohlhabenden ab. Doch fast jeder Zehnte (neun Prozent) toleriere die gleichen Delikte bei Normalverdienern.

Die Minijob–Zentrale schätze, dass bis zu vier Millionen Haushalte einen Minijobber beschäftigen. Doch nur 250.000 seien offiziell angemeldet. "Geht man davon aus, dass ebenso viele Bundesbürger Schwarzarbeit leisten, würde das bedeuten, dass jeder Zehnte im Land Wirtschaftskriminalität begeh", sagte der Leiter der Minijob-Zentrale, Erik Thomsen, der Tageszeitung "Die Welt".

Schlagworte zum Thema:  Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit

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