| Chronologie

Steuersünder-Dateien lassen die Staatskasse klingeln

Eine Freiheitsstrafe kann ab einem Steuerschaden von 50.000 EUR verhängt werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Mit Hilfe gekaufter Datenträger haben deutsche Behörden schon Tausende Steuersünder überführt. Selbstanzeigen spülten zusätzliche Milliarden in die Kassen des Fiskus. Einige Fälle:

Frühjahr 2008

Zahlreiche deutsche Steuerhinterzieher mit Stiftungen und Konten in Liechtenstein fliegen auf. Der Bundesnachrichtendienst hatte einem Ex-Mitarbeiter der Liechtensteiner LGT-Bank gestohlene Daten-CDs für etwa fünf Millionen Euro abgekauft. Es folgen Razzien und viele Verfahren. Mehr als 200 Millionen EUR Straf- und Nachzahlungen fließen an den Staat. 

März 2010

Nach dem Kauf von Daten von Kunden und Mitarbeitern der Schweizer Bank Credit Suisse leitet die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mindestens 1.100 Ermittlungsverfahren ein. Es geht um 1,2 Milliarden EUR Anlagevermögen. Für die Daten sollen die Finanzbehörden in Nordrhein-Westfalen mehr als 2,5 Millionen EUR gezahlt haben.

Juni 2010

Es wird bekannt, dass der Bund und Niedersachsen gemeinsam Daten mutmaßlicher deutscher Steuerbetrüger in der Schweiz gekauft haben. Für 185.000 EUR erhalten sie rund 20.000 Datensätze. Die Steuergewerkschaft rechnet mit 500 Millionen EUR Mehreinnahmen für den Fiskus.

Oktober 2010

Nordrhein-westfälische Finanzbehörden kaufen für 1,4 Millionen EUR Daten der Schweizer Bank Julius Bär mit Angaben über Deutsche, die ihre Steuerpflicht umgehen. Es folgen Ermittlungen und Selbstanzeigen.

Februar 2013

Rheinland-Pfalz kauft eine CD mit rund 40.000 Datensätzen für 4,4 Millionen EUR. Bei einer bundesweiten Razzia werden im April Häuser von mutmaßlichen Steuersündern durchsucht. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung gegen Mitarbeiter von Schweizer Banken. 

Januar 2014

Nach dem Ankauf einer weiteren CD mit Steuerdaten durch das nordrhein-westfälische Finanzministerium hat die Kölner Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. "Der Spiegel" hatte zuvor berichtet, auf der CD seien die Namen von mehr als hundert deutschen Kunden eines Schweizer Ablegers der israelischen Leumi-Bank gespeichert.

Schlagworte zum Thema:  Steuerhinterziehung, Schweiz, Selbstanzeige, Steuerstrafrecht

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