25.06.2013 | Top-Thema Betriebliche Radverkehrsförderung: Dienstfahrräder im Fokus

Vorteile der Radverkehrsförderung

Kapitel
Vorteile einer betrieblichen Radverkehrsförderung
Bild: Haufe Online Redaktion

Wenn Unternehmen gezielt den Radverkehr im Betrieb fördern wollen, spricht man von betrieblicher Radverkehrsförderung. Bevor ein entsprechendes Konzept entwickelt wird, stellt sich die zentrale Frage nach den Vorteilen der „Zweirad-Mobilität“ für den jeweiligen Betrieb.

Da die Einführung einer betrieblichen Radverkehrsförderung gerade in der Anfangszeit finanzielle und personelle Ressourcen bindet, stellt sich zunächst die Frage, welche Vorteile solche Maßnahmen für das Unternehmen und dessen Mitarbeiter mit sich bringen.

Vier zentrale Aspekte seien hier genannt:

  1. Gesunde Mitarbeiter

    Mitarbeiter bleiben durch das Fahrradfahren fit und gesund. Dies führt zu weniger krankheitsbedingten Fehltagen, was den betriebswirtschaftlichen Nutzen für das Unternehmen wohl am deutlichsten untermauert. Wissenschaftliche Studien gehen davon aus, dass eine gezielte betriebliche Gesundheitsförderung die Fehlzeiten um mehr als 25 % verringern kann.

    Weiterer Vorteil: Gesunde und sportlich aktive Mitarbeiter sind leistungsfähiger, ausgeglichener und weniger anfällig für Herzerkrankungen, Fettleibigkeit und Rückenleiden. Auch diese Faktoren zeigen, dass sich eine gezielte Radverkehrsförderung positiv auf die Produktivität auswirkt.

  2. Geringere Mobilitätskosten

    Wenn Mitarbeiter ihre dienstlichen bzw. privaten Fahrten mit dem Fahrrad statt mit dem Dienstwagen erledigen, können Unternehmen ihre Mobilitätskosten maßgeblich senken. Geht man davon aus, dass ein Dienstwagen Betriebskosten von 50 Cent pro Kilometer verursacht, ergeben sich bei einer Jahresfahrleistung von 20.000 km jährliche Gesamtbetriebskosten von 10.000 EUR pro Fahrzeug. Demgegenüber sind Fahrräder bzw. Pedelecs in Anschaffung und Unterhalt deutlich günstiger. Eine betriebliche Radverkehrsförderung kann insbesondere im Stadtverkehr ansetzen, da dortige Fahrten für den Arbeitnehmer zumutbar sind und ebenso schnell erledigt werden können wie mit dem Dienstwagen.

  3. Verbesserung der Parkplatzsituation

    Ein einziger PKW-Stellplatz benötigt so viel Platz wie acht Fahrradstellplätze - dieser einfache Vergleich zeigt, dass eine gezielte Radverkehrsförderung einer angespannten Parkplatzsituation entgegenwirken kann. Im Zuge einer betrieblichen Radverkehrsförderung ist nicht nur die Umwidmung von PKW- zu Fahrradstellplätzen denkbar, auch bislang ungenutzte Restflächen können zu Fahrradstellplätzen ausgebaut werden, sodass die Radverkehrsförderung nicht zu Lasten von ohnehin knappen PKW-Parkflächen geht.

  4. Imagegewinn

    Eine betriebliche Radverkehrsförderung trägt zu einem positiven Image des Unternehmens bei. Die umweltfreundliche und gesundheitsbewusste Mobilität unterstreicht die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens und steht für nachhaltiges Wirtschaften. Das positive Bild lässt sich nach außen tragen, indem das Radförderkonzept beispielsweise gezielt durch Berichterstattung in der Lokalpresse begleitet wird oder Dienstfahrräder mit der Firmenaufschrift versehen werden. Die erfolgreiche Teilnahme an Umweltwettbewerben (z. B. Auszeichnungen für ökologisches Engagement) kann einen überregionalen Nutzen für das Unternehmen bringen.

Pedelecs

Auch das Angebot sogenannter Pedelecs, Fahrräder mit unterstützendem Elektroantrieb, kann ein sinnvoller Baustein in der betrieblichen Radverkehrsförderung sein, da die Nutzung dieser Räder ebenfalls körperlichen Einsatz erfordert. Zentraler Vorteil von Pedelecs ist, dass sie insbesondere untrainierte und kaum körperlich aktive Mitarbeiter ansprechen, die gesundheitlich besonders gefährdet sind - und der Nutzung klassischer Fahrräder weniger aufgeschlossen gegenüberstehen. Aufgrund der elektrischen Unterstützung lassen sich mit Pedelecs zudem weitere Strecken zurücklegen, was den Aktionsradius der Räder signifikant erhöht (z. B. für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte).

Schlagworte zum Thema:  Firmenwagen, Dienstfahrrad, Reisekosten, Einkommensteuer

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