Beiträge im Midijob: Wie die Beiträge ab 1.1.2018 zu berechnen sind. Bild: Haufe Online Redaktion

Aufgrund der Reduzierung des Beitragssatzes in der Rentenversicherung sind ab 1.1.2018 weniger Abgaben zu zahlen. Die Beitragsentlastung für Midijobber fällt im Verhältnis aber geringer aus, weil sie sich am Faktor F orientiert. Was bei dieser besonderen Beitragsberechnung zu beachten ist.

Midijobber sind Arbeitnehmer mit einem regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelt von 450,01 Euro bis 850 Euro. Diese Verdienstspanne fällt in die sogenannte Gleitzone, in der das beitragspflichtige Arbeitsentgelt über eine aufwendige Formel ermittelt wird. Diese Arbeit erledigen heute komfortable Gleitzonen-Rechner. Wesentlicher Parameter der Formel ist der Faktor F, der sich an der Höhe des Gesamtsozialversicherungsbeitrags orientiert.

Midijob: Ermittlung Faktor F

Der Faktor F ergibt sich, wenn der Wert 30 % durch den Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz des Kalenderjahres, in dem der Anspruch auf das Arbeitsentgelt entstandenen ist, geteilt wird. Da neben dem Beitrag zur Rentenversicherung auch der durchschnittliche Zusatzbeitrag zum 1.1.2018 gesenkt wird, ergibt sich folgende Berechnung des Faktor F für Entgeltabrechnungszeiträume ab 1.1.2018:

Krankenversicherung (allgemeiner Beitragssatz):14,60 %
Krankenversicherung (durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz):1,00 % (2017: 1,10 %)
Rentenversicherung:18,60 % (2017: 18,70 %)
Arbeitslosenversicherung:3,00 %
Pflegeversicherung:2,55 %
Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz:  39,75 % (2017: 39,95 %)
Faktor F 2018 (30:39,75) = 0,7547 (2017: 0,7509)

Neue Gleitzonenformel ab 2018

Die gekürzte Gleitzonenformel für das Jahr 2018 lautet: 1,2759625 x AE - 234,568125

Mit dieser Formel ist die reduzierte beitragspflichtige Einnahme zu ermitteln. Diese bildet die Berechnungsgrundlage für den Gesamtsozialversicherungsbeitrag.

Beispiel: Arbeitsentgelt: 650,00 Euro

Reduzierte beitragspflichtige Einnahme: 594,81 Euro (1,2759625 x 650 – 234,568125)     

3 Schritte zur richtigen Beitragsberechnung für Midijobber

Die Beitragsverteilung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfolgt in drei Schritten:

  1.  Berechnung des Gesamtbeitrags ausgehend von der reduzierten beitragspflichtigen Einnahme (hier: 594,81 Euro)
  2. Berechnung des Beitragsanteils des Arbeitgebers ausgehend vom tatsächlichen Arbeitsentgelt (hier: 650 Euro)
  3. Berechnung des Arbeitnehmeranteils durch Abzug des Arbeitgeberanteils vom Gesamtbeitrag.

In Schritt 1 werden der

  • Zusatzbeitrag in der Krankenversicherung und
  • der Beitragszuschlag in der Pflegeversicherung bei Kinderlosigkeit (0,25 %)

jeweils von der reduzierten beitragspflichtigen Einnahme gesondert berechnet und dem Gesamtbeitrag hinzugerechnet. Über die Berechnung nach Schritt 3 trägt diese am Ende dann auch der Arbeitnehmer.

Vergleich mit Beitragsbelastung ohne Anwendung der Gleitzone

Die Beitragsanteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden ohne Anwendung der Gleitzonen-Regelung gesondert berechnet. Der Arbeitnehmeranteil ist somit nicht das Ergebnis der Differenz zwischen dem aufgrund des fiktiven Arbeitsentgelts errechneten Gesamtbeitrag und dem Arbeitgeberanteil. Vielmehr gelten die üblichen Prozentsätze der Beitragsbelastung.

Ausgehend von einem monatlichen Arbeitsentgelt von 650 Euro ergibt sich bezogen auf die Beitragssatzsenkung in der Rentenversicherung folgender Vergleich:

Arbeitnehmer mit Gleitzone

1.  594,81 Euro x 9,3% = 55,32 Euro x 2 = 110,64 Euro

2.  650,00 Euro x 9,3% = 60,45 Euro

3.  110,64 Euro – 60,45 Euro = 50,19 Euro

Belastung 2017 = 50,28 Euro

Einsparung ab 2018 (50,28 Euro – 50,19 Euro) = 0,09 Euro

Arbeitnehmer ohne Gleitzone (zum Beispiel in der Nebenbeschäftigung, sodass die Gleitzonen-Regelung nicht gilt)

650 Euro x 9,3% = 60,45 Euro

Vergleich zu 2017: 650 Euro x 9,35% = 60,78 Euro

Einsparung ab 2018 (60,78 Euro – 60,45 Euro) = 0,33 Euro

Schlagworte zum Thema:  Gleitzone, Faktor F, Midijob

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