| Multinationaler Konzern

Amazon zahlt jetzt deutsche Steuern für Gewinne in Deutschland

Amazon investiert traditionell massiv in den Ausbau des Geschäfts und fährt deshalb bestenfalls schmale Gewinne ein.
Bild: Michael Bamberger

"Seit 1. Mai verbucht Amazon seine deutschen Verkäufe nicht mehr wie bisher in Luxemburg, sondern in Deutschland", sagte ein Sprecher gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

Er begründet die Umstellung nicht mit der wachsenden Kritik an der Konzernpraxis. "Wir überprüfen regelmäßig unsere Firmenstrukturen, um sicherzustellen, dass wir unsere Kunden bestmöglich bedienen können", sagte der Sprecher vielmehr. Offen bleibt indes, ob und wie kräftig es beim deutschen Fiskus in der Kasse klingelt.

Luxemburg, Irland und Niederlande im Visier

Die Ausnutzung von Steuervorteilen bei multinationalen Konzernen ist der EU-Kommission seit längerem ein Dorn im Auge. Neben Luxemburg hat Brüssel wegen extrem lukrativer Steuervorteile für internationale Großkonzerne auch Irland und die Niederlande im Visier. Spektakulärster Fall ist eine Untersuchung gegen die Steuermodelle in Luxemburg ("Luxleaks"). Konzerne haben dort zum Teil Steuersätze von weniger als einem Prozent auf die nach Luxemburg verlagerten Gewinne erhalten. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker steht dabei unter Druck, weil er dort 18 Jahre lang Regierungschef war. Als Präsident der EU-Kommission hat er nun Steuersparmodellen den Kampf angesagt.

Auch auf der Ebene der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) und der Industriestaaten-Organisation OECD wird daran gearbeitet, Steuerschlupflöcher zu stopfen.

Schlagworte zum Thema:  Gewinnverlagerung, Konzern, Luxemburg

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