1. Gesondert sind in Zeile 33 der Anlage UR die steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferungen an Abnehmer mit USt-IdNr. anzugeben. Die Summe der hier angegebenen Lieferungen muss übereinstimmen mit der Summe der in der Zusammenfassenden Meldung[1] gemeldeten Lieferungen. Besonders sind für den Nachweis der innergemeinschaftlichen Lieferungen die Buch- und Belegnachweise[2] zu beachten – insbesondere die sog. Gelangensbestätigung.
 
Praxis-Tipp

Abstimmung bei Erstellung der Umsatzsteuererklärung

Bei Erstellung der Umsatzsteuererklärung sollte geprüft werden, ob die Summe der in Zeile 33 gemeldeten steuerfreien Lieferungen tatsächlich der Summe der in der Zusammenfassenden Meldung angemeldeten Umsätze entspricht. Bei Abweichungen muss eine korrigierte Zusammenfassende Meldung abgegeben werden.

2. In den Zeilen 34 und 35 der Anlage UR sind die Lieferungen von neuen Fahrzeugen in einen anderen Mitgliedstaat anzumelden. Dabei ist zu unterscheiden, ob die Lieferung von einem Unternehmer an einen Nichtunternehmer ausgeführt wurde (Zeile 34) oder ob die Lieferung von einem Nichtunternehmer ausgeführt wurde, der wie ein Unternehmer für diesen Umsatz behandelt wurde (Zeile 35).[3]
3. Separat abgefragt werden in Zeile 36 der Anlage UR die steuerfreien Ausfuhrlieferungen[4] und die steuerfreien Lohnveredelungen.[5]
4. In Zeile 38 der Anlage UR sind die weiteren steuerfreien Ausgangsleistungen anzugeben, die den Vorsteuerabzug zulassen. Dies können z. B. insbesondere drittlandsgrenzüberschreitende Güterbeförderungen[6] oder drittlandsgrenzüberschreitende Vermittlungsleistungen[7] sein.
5. In Zeile 39 der Anlage UR sind die steuerfreien Umsätze i. S. d. Offshore-Steuerabkommens und des NATO-Truppenstatuts anzugeben.
 
Wichtig

Nachweis der Steuerbefreiung bei Lieferungen an NATO-Truppenangehörige

Die Finanzverwaltung[8] hat 2014 die Rechtsprechung des BFH[9] zur Steuerbefreiung der Lieferungen an NATO-Truppenangehörige umgesetzt, nach der der Nachweis nicht nur durch Vorlage des Abwicklungsscheins[10] oder diesem gleichgestellte Belege und Aufzeichnungen des Unternehmers[11] geführt werden kann, sondern auch durch andere Unterlagen, aus denen sich die materiellen Voraussetzungen der Steuerbefreiung aufgrund der objektiven Beweislage ergeben.

6. Führt der Unternehmer Reiseleistungen aus, die im Drittlandsgebiet bewirkt werden, sind diese Reiseleistungen insoweit steuerfrei.[12] Reiseleistungen schließen zwar den Vorsteuerabzug für die Reisevorleistungen[13] aus, nicht jedoch den Vorsteuerabzug für die nicht als Reisevorleistungen anzusehenden Betriebsausgaben. Die steuerfreien Reiseleistungen sind (mit der Differenz zwischen Reisepreis und Reisevorleistung) in Zeile 40 der Anlage UR einzutragen.
 
Wichtig

Anwendung der Regelungen zu den Reiseleistungen

Die Besteuerung von Reiseleistungen nach § 25 UStG ist nach dem deutschen UStG nur anzuwenden, wenn der Leistungsempfänger kein Unternehmer ist. Der leistende Unternehmer kann sich aber auch bei Leistungen gegenüber Unternehmern auf das Gemeinschaftsrecht berufen und § 25 UStG anwenden.[14]

[8] BMF, Schreiben v. 20.6.2014, BStBl 2014 I S. 910.
[13] Reisevorleistungen sind Leistungen Dritter, die unmittelbar den Reisenden zugutekommen.

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