Um zu vermeiden, dass es nach dem Erbfall zu Streit über die Art der Bestattung und die Ausrichtung der Bestattungsfeierlichkeit kommt, sollte der Erblasser hierzu selbst Anweisungen treffen.

Dies kann bspw. i.R. eines mit einem Bestatter zu schließenden Bestattungsvorsorgevertrages geschehen. Neben der Entscheidung über die Art der Bestattung (z.B. Erd, Feuer- oder Seebestattung) und den Ort der Beisetzung, können auch die Details bestimmt werden, wie die Auswahl des Sarges bzw. der Urne, die Musik, den Ablauf der Bestattung und der Trauerfeier. Auch die Grabstelle und deren Gestaltung und die Grabpflege können bereits vom Erblasser ausgewählt werden. Durch die Finanzierung der Bestattungsvorsorge im Voraus (z.B. durch den Abschluss einer Sterbegeldversicherung) können die Angehörigen von den Kosten der Bestattung freigehalten werden und dadurch Streitigkeiten über die Kostentragungspflicht vermieden werden.

Alternativ kommt in Betracht, das Bestattungsvorsorgerecht auf eine Vertrauensperson zu übertragen, wobei diese nicht ein Angehöriger oder Erbe sein muss, z.B. i.R.d. General- und Vorsorgevollmacht. Wenn dem Generalbevollmächtigten auch die Entscheidung über die Bestattung usw. obliegen soll, sollte dies ausdrücklich in der Vollmacht niedergelegt werden, da eine solche Befugnis typischerweise bei einer Generalvollmacht nicht anzunehmen ist.

Auch eine testamentarische Anweisung an den Erben kommt in Betracht, wobei insoweit sicherzustellen ist, dass diese unmittelbar nach dem Erbfall aufgefunden wird bzw. dem Erben möglichst schon vor dem Erbfall zur Kenntnis gebracht wird, damit der Wunsch entsprechend umgesetzt werden kann.

 

Musterformulierung für eine testamentarische Bestattungsanordnung

"Ich wünsche eine Erd-/Feuer-/Seebestattung (auf dem Friedhof in ...) und mache meinem Erben die Auflage, diesem Bestattungswunsch vollumfänglich nachzukommen. Ich mache meinem Erben weiterhin die Auflage, meine Grabstätte angemessen zu pflegen und zu unterhalten und mindestens viermal jährlich mit jahreszeitgemäßen Blumenschmuck zu schmücken."

Eine solche testamentarische Bestattungsverfügung kann flankiert werden durch die Anordnung einer Testamentsvollstreckung. Da der Testamentsvollstrecker grundsätzlich nicht totenfürsorgeberechtigt ist, muss diesem entweder das Totenfürsorgerecht ausdrücklich übertragen werden oder dieser als Vollziehungsberechtigter für die Umsetzung der dem Erben auferlegten Bestattungsauflage benannt werden, §§ 2192 ff. BGB.

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