Rz. 5

§ 191 AO regelt die verfahrensmäßige Feststellung und Festsetzung des materiellen Haftungs- bzw. Duldungsanspruchs[1] durch die Finanzbehörde[2] im Haftungsbescheid[3] bzw. Duldungsbescheid.[4] Damit gehört der Haftungsbescheid letztlich dem Festsetzungsverfahren an, während die Zahlungsaufforderung nach § 219 AO dem Erhebungsverfahren zuzuordnen ist.[5]

 

Rz. 5a

Der Haftungsbescheid bildet die Grundlage für die Verwirklichung des Haftungsanspruchs im Erhebungsverfahren gem. § 218 Abs. 1 AO.[6] Hier ist in § 219 AO für die Erhebung des festgesetzten Haftungsanspruchs eine ergänzende Sonderregelung getroffen.[7] Gleichzeitig ergibt sich auch aus § 219 AO das Prinzip der Subsidiarität der Haftung.[8] Dabei wird dieses Prinzip auch bei der Ermessensausübung, ob überhaupt ein Haftungsbescheid ergeht, berücksichtigt.[9]

[1] S. Rz. 8, 69.
[2] S. Rz. 14a, 71b.
[3] S. Rz. 14.
[4] S. Rz. 65.
[5] Nacke, Die Haftung für Steuerschulden, 3. Aufl. 2012, Rz. 797.
[6] S. Vor §§ 78–133 AO Rz. 18; Nacke, Die Haftung für Steuerschulden, 3. Aufl. 2012, Rz. 797; BVerfG v. 22.1.2014, 1 BvR 891/13, HFR 2014, 440; BFH v. 15.10.1996, VII R 46/96, BStBl II 1997, 171.
[7] S. Rz. 27.
[8] Blesinger, Haftung und Duldung im Steuerrecht, 2005,  64.
[9] BFH v. 22.7.1986, VII R 191/83, BFH/NV 1987, 140; Gehm, StBp 2017, 135, 140; Halaczinsky, Die Haftung im Steuerrecht, 4. Aufl. 2013, Rz. 21; a. A. Klein/Rüsken, AO, 13. Aufl. 2016, § 219, Rz. 1.

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