Rz. 16

Stand: EL 126 – ET: 04/2022

Besteht innerhalb eines Vereins eine Musikkapelle, Spielmannszug oder Orchester, so werden Rechtsbeziehungen zwischen dem Verein und dem jeweiligen Veranstalter (Gastwirt, anderen Vereinen oder Auftraggebern etc.) begründet. Der Verein ist im umsatzsteuerrechtlichen Sinne Unternehmer i. S. v. § 2 UStG (Anhang 5). Er ist darüber hinaus grundsätzlich zur Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer zu veranlagen, wenn von ihm ein steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb i. S. v. § 14 AO (Anhang 1b) geführt und die Besteuerungsfreigrenze nach § 64 Abs. 3 von 45 000 EUR in diesem Tätigkeitsbereich überschritten wird. Mit dem Jahressteuergesetz 2020 wurde die Betragsangabe mit Wirkung zum 29.12.2020 von 35 000 EUR auf 45 000 EUR erhöht. Wird diese Besteuerungsgrenze überschritten, kommen die Freibeträge von 5 000 EUR zum Zuge (§§ 24 Satz 1 KStG, 11 GewStG).

 

Rz. 17

Stand: EL 126 – ET: 04/2022

Musikvereine können auch gemeinnützigen Zwecken dienende steuerbegünstigte Körperschaften sein, wenn sie die Kultur fördern und dieser Zweck in die Satzung aufgenommen wurde. Voraussetzung für die Gemeinnützigkeit eines solchen Musikvereins ist, dass er die Allgemeinheit und nicht einen fest abgegrenzten Personenkreis fördert (s. § 52 Abs. 2 Nr. 5 AO, Anhang 1b).

Musikvereine sind in der Regel als gemeinnützigen Zwecken dienende Körperschaft anzuerkennen, wenn sie durch ihre Musikkapellen, Orchester oder Chöre musikalische Darbietungen erbringen und Musik und Gesang fördern. Als weitere Voraussetzungen für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit und die damit verbundene Freistellung von der Körperschaft- und Gewerbesteuer werden insbesondere gefordert:

  1. Es muss eine ordnungsmäßige Satzung vorliegen, die allen steuerlichen Anforderungen gemäß §§ 51ff. AO genügt und in der der Satzungszweck ausführlich beschrieben ist (Förderung kultureller Zwecke; s. § 52 Abs. 2 Nr. 5 AO, Anhang 1b).
  2. Die Mitglieder dürfen keine Zuwendungen erhalten, lediglich Annehmlichkeiten, die das übliche Maß nicht überschreiten. Unangemessen hohe Annehmlichkeiten verstoßen gegen das Gebot der Selbstlosigkeit (s. § 55 Abs. 1 Nr. 1 AO, Anhang 1b) und können zum Verlust der Steuerbegünstigung führen.
  3. Die entgeltlichen Auftritte dürfen nicht überwiegen oder den Gemeinwohlzweck überlagern.
 

Rz. 18

Stand: EL 126 – ET: 04/2022

Wird ein steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb i. S. v. § 14 AO (Anhang 1b) unterhalten, ist der Musikverein mit den Einnahmen, die aus diesem Betätigungsfeld erzielt werden, partiell steuerpflichtig.

Die partielle Steuerpflicht wird erst dann ausgelöst, wenn die Einnahmen des Tätigkeitsbereiches wirtschaftliche Geschäftsbetriebe die Besteuerungsfreigrenze von 45 000 EUR (s. Rz. 16) übersteigen. Zur Umsatzsteuer siehe Rz. 5 ff.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Steuer Office Excellence. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Steuer Office Excellence 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge