Der prozentuale Besteuerungsanteil teilt die Rente in der Übergangsphase bis einschließlich 2039 in 2 Teile auf, und zwar

  • in den Teil der Jahresrente, der versteuert werden muss (Besteuerungsanteil), und
  • in den Teil der Jahresrente, der steuerfrei bleibt (Rentenfreibetrag).

Kern der nachgelagerten Rentenbesteuerung ist in der Übergangsphase der Rentenfreibetrag. Das ist der Teil der Rente, der nicht versteuert werden muss. Der Rentenfreibetrag ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Jahresbetrag der Rente und dem der Besteuerung unterliegenden Anteil der Rente.[1] Der steuerfreie Teil der Rente – ein fester EUR-Betrag – wird vom Finanzamt für jeden Rentnerjahrgang als Festbetrag bestimmt, als Rentenfreibetrag "eingefroren" und gilt in dieser Höhe für die gesamte Laufzeit der Rente[2], bei Altersrenten somit lebenslang. Die Festschreibung gilt allerdings erst ab dem Jahr, das auf das Jahr des ersten Rentenbezugs folgt.

 
Wichtig

Rentenfreibetrag wird für jede Rente gesondert ermittelt

Bei Steuerpflichtigen, die mehrere Renten beziehen, z. B. eine Altersrente und eine Witwen- oder Rürup-Rente, wird für jede Rente ein gesonderter Renten­freibetrag ermittelt. Die Festschreibung des Renten­freibetrags führt dazu, dass künftige Rentenerhöhungen immer in voller Höhe steuerpflichtig sind und nicht nur mit dem prozentualen Besteuerungsanteil. Steuerfrei bleibt also nur der festgeschriebene gleichbleibende Betrag, durch künftige Erhöhungen der laufenden Rente verringert sich der steuerfreie Anteil prozentual. Umgekehrt würde sich durch künftige Rentenminderungen der Rentenfreibetrag prozentual erhöhen.

Der Rentenfreibetrag berücksichtigt, dass in einer Übergangsphase ein Teil der Rentenbeiträge aus versteuertem Einkommen geleistet wurde und aus verfassungsrechtlichen Gründen daher keine sofortige Vollbesteuerung zulässig ist. Regelmäßige Rentenanpassungen des Jahresbetrags der Rente führen nicht zu einer Neuberechnung des "persönlichen Rentenfreibetrags".[3] Rentenerhöhungen erhöhen mithin den Besteuerungsanteil. Dessen Quote am Jahresbetrag der Rente steigt folglich durch Abzug des festgeschriebenen steuerfreien Anfangsbetrags.

 
Praxis-Beispiel

Festschreibung des Rentenfreibetrags gilt für die gesamte Laufzeit

A ist "Bestandsrentner", da seine Rente vor 2005 begonnen hat. Sein Rentenfreibetrag beträgt 50 % von 18.000 EUR = 9.000 EUR. Unterstellt man, dass A im Jahr 2021 eine Rente von 23.000 EUR erhält, muss er einen Betrag von 23.000 EUR (Brutto-Rentenbetrag) abzgl. 9.000 EUR (Rentenfreibetrag) = 14.000 EUR versteuern. Das entspricht einem steuerpflichtigen Anteil von 60,87 % der Jahresrente 2021. A muss deshalb, obwohl er Bestandsrentner ist, in späteren Jahren mehr als 50 % seiner Rente versteuern, wenn es tatsächlich zu Rentenerhöhungen gekommen ist.

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