Private Kapitaleinkünfte in... / b) Gewinne aus der Veräußerung bestandsgeschützter Alt-Anteile i.S.d. § 56 Abs. 6 Satz 1 Nr. 2 InvStG (Zeile 8a)

Die Angaben zu der seit 2018 neu eingefügten Zeile 8a sind erforderlich, um den Freibetrag i.H.v. 100.000 EUR gem. § 56 Abs. 6 Satz 1 Nr. 2 InvStG in Anspruch nehmen zu können. Begünstigt sind sog. bestandsgeschützte Alt-Anteile, die vor dem 1.1.2009 erworben und seit der Anschaffung nicht im Betriebsvermögen gehalten wurden. Die Wertveränderungen, die zwischen dem Anschaffungszeitpunkt und dem 31.12.2017 eingetreten sind, sind steuerfrei. Der Bestandsschutz ist allerdings für Wertveränderungen, die ab dem 1.1.2018 eingetreten sind, entfallen. Das bedeutet, dass die ab 2018 eingetretenen Wertveränderungen steuerpflichtig sind, auch wenn die Alt-Anteile vor 2009 erworben wurden. Die Steuerpflicht tritt allerdings nur ein, soweit der Gewinn aus der Veräußerung von bestandsgeschützten Alt-Anteilen 100.000 EUR übersteigt. Der Freibetrag wird personenbezogen gewährt, d.h. jedem Ehegatten/Lebenspartner steht ein eigener Freibetrag zu. Der Freibetrag ist jedoch – anders als der Sparer-Pauschbetrag – nicht zwischen den Ehegatten/Lebenspartnern übertragbar.

 

Beraterhinweis

Gesonderte Feststellung: Der am Schluss des VZ verbleibende Freibetrag ist bis zu seinem vollständigen Verbrauch jährlich gesondert festzustellen. Zuständig für die gesonderte Feststellung des verbleibenden Freibetrags ist das FA, das für die Besteuerung des Anlegers nach dem Einkommen zuständig ist. Veranlagungsverfahren: Der Freibetrag kann ausschließlich im Veranlagungsverfahren geltend gemacht werden. Teilfreistellung: Die Angaben zur Zeile 8a sind nach Anwendung der Teilfreistellung gem. § 20 InvStG zu machen. Ausnahmen vom Bestandsschutz: Nicht bestandsgeschützt sind hingegen Alt-Anteile i.S.d. § 21 Abs. 2a, 2b InvStG 2004 (sog. Millionärsfonds bzw. Geldmarktfonds).

Bei inländischer Depotführung wird in der Steuerbescheinigung gesondert auf den Sachverhalt hingewiesen:

Für die Inanspruchnahme des Freibetrags sind nur die in der Steuerbescheinigung ausgewiesenen Gewinne maßgeblich. Die im nachrichtlichen Teil gesondert ausgewiesenen Verluste bleiben insoweit unberücksichtigt. Werden die zur Zeile 7 ausgewiesenen Kapitalerträge aufgrund der Inanspruchnahme des Freibetrags negativ, geht der Betrag insoweit in die Feststellung des allgemeinen Verlusts nach § 20 Abs. 6 Satz 1 EStG ein.

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