Das Betriebsvermögen in Form einer Mitunternehmerschaft ist auch bei rein vermögensverwaltender Tätigkeit "wählbar", indem zur besonderen steuerlichen Rechtsform der gewerblich geprägten KG optiert wird. In der Aktienanlage gilt dann das Teileinkünfteverfahren, welches mit seiner 40%igen Befreiung auch für den Anleger im kleinen Grenzsteuersatz von 44,31 % (kleiner Grenzsteuersatz in der ESt von 42 % zzgl. SolZ) zu einem effektiven Steuersatz von 26,59 % führt und damit nur geringfügig oberhalb der Abgeltungsteuer. Spiegelbildlich sind auch die Aktienverluste nur zu 60 % absetzbar.

Gerade bei einer Mehrzahl von Familienangehörigen als Anleger machen sich Progressionseffekte oft positiv bemerkbar. Außerdem sind Kosten der Geldanlage als Betriebsausgaben grundsätzlich absetzbar. Je nach Art und Umfang – etwa bei entgeltlicher Mitarbeit von Familienangehörigen in der Vermögensverwaltung – ist deren Berücksichtigung attraktiv.

Der gewerbliche Bereich kennt auch gewisse anlagebezogene Beschränkungen im Verlustausgleich. Eine im Vergleich etwas ältere Vorschrift begrenzt die Verluste aus Termingeschäften beim gewerblichen Anleger (§ 15 Abs. 4 Satz 3 EStG), wenn nicht besondere Ausnahmen vorliegen, etwa als bestimmtes Finanzunternehmen oder zur Absicherung von Geschäften des gewöhnlichen Geschäftsbetriebs.

Beraterhinweis Das Termingeschäft wird vom BFH nach wertpapier- bzw. bankrechtlichen Maßstäben bestimmt, wobei aufsichtsrechtliche Aspekte außer Betracht bleiben (BFH v. 26.9.2012 – IX R 50/09, ErbStB 2013, 6 [Rothenberger] und BFH v. 4.12.2014 – IV R 53/11, ErbStB 2015, 65 [Günther]). Abzugrenzen ist es vom Kassageschäft, welches üblicherweise binnen zwei Tagen abgewickelt wird. Charakteristisch ist daher der Bezug zu einem Terminmarkt, wo jederzeit ein Gegengeschäft abgeschlossen werden kann. Auf der anderen Seite kann auf die verzögerte Erfüllung auch verzichtet werden, wenn ein Termingeschäft in der Form eines sog. Scheinkassageschäfts vorliegt, bei dem der Leistungsaustausch vertraglich abbedungen ist und stattdessen eine rein rechnerische Ergebnisermittlung erfolgt durch deckungsgleiche (ggf. tägliche) Gegengeschäfte (BFH v. 21.2.2018 – I R 60/16, EStB 2018, 236 [Cornelius]). Im Ergebnis ist festzuhalten, dass auch die reguläre Einkommensteuer bei den gewerblichen Einkünften eine Diskriminierung von Termingeschäftsverlusten vorsieht, jedoch das hier einschlägige steuerliche Termingeschäft nach Auslegung des BFH einen eher reduzierten Anwendungsbereich hat im Vergleich zum Privatanleger, der u.U. über solche Finanzinstrumente noch erfasst wird, die technisch als Kassageschäft ausgestaltet sind (zu den Zweifelsfragen trotz neuartiger Sichtweise der Finanzverwaltung s. oben II. 2.).

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Steuer Office Excellence. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Steuer Office Excellence 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge