Rn. 27

Stand: EL 147 – ET: 11/2020

Unter einer Einnahme in Geld iSd § 8 Abs 1 EStG ist nicht nur das im Inland gültige gesetzliche Zahlungsmittel zu verstehen, sondern jedenfalls auch Zahlungen in einer gängigen, frei konvertiblen und im Inland handelbaren ausländischen Währung, BFH v 27.10.2004, VI R 29/02, BStBl II 2005, 135; BFH v 11.11.2010, VI R 21/09, BStBl II 2011, 383. Erfolgen Geldzuwendungen in ausländischer Währung, erfolgt die Umrechnung anhand des durchschnittlichen monatlichen Euro-Referenzkurses der EZB, BFH v 03.12.2009, VI R 4/08, BStBl II 2010, 698. Krypto-Währungen, zB Bitcoins, stellen kein Geld iSd § 8 Abs 1 S 1 EStG dar, sondern Güter in Geldeswert, Krüger in Schmidt, § 8 EStG Rz 3; Dürr, NWB 2019, 2556.

In Geld bestehende Einnahmen können auch im bargeldlosen Zahlungsverkehr zufließen. Zum Geld iSd § 8 Abs 1 EStG rechnet auch das sog Buchgeld, das rechtlich in Geldforderungen gegenüber Banken oder Sparkassen besteht, über die in vereinfachter Form (Scheck, Überweisung uÄ) verfügt werden kann, vgl BFH v 10.12.1984, VIII R 15/83, BStBl II 1986, 342; BFH v 20.03.2001, IX R 97/97, BStBl II 2001, 482; BFH v 09.05.1984, VI R 63/80, BStBl II 1984, 560). Das gilt auch für Forderungen in Euro gegen ausländische Banken, sobald sie einem Konto des StPfl gutgeschrieben worden sind.

Zahlt der ArbG in Abkürzung des Zahlungswegs an einen Gläubiger des ArbN, erzielt Letzterer eine Einnahme in Geld, BFH v 26.11.2002, VI R 161/01, BStBl II 2003, 331; BFH v 11.11.2010, VI R 21/09, BStBl II 2011, 383.

 

Rn. 28

Stand: EL 147 – ET: 11/2020

Schecks und Wechsel sind keine Güter in Geld, Kratzsch in Frotscher, § 8 EStG Rz 71b (August 2015); ausführlich dazu s Rn 38; aA Gröpl in K/S/M, § 8 EStG Rz B 8 (April 2015). Der BFH hat in Änderung seiner Rspr zutreffend entschieden, dass es zur Abgrenzung von Barlohn und Sachbezügen allein darauf ankommt, welche Leistung der ArbN vom ArbG fordern kann, BFH v 11.11.2010, VI R 21/09, BStBl II 2011, 383 (Geschenkgutschein); BFH v 11.11.2010, VI R 27/09, BStBl II 2011, 386 (Tankkarte); BFH v 11.11.2010, VI R 41/10, BStBl II 2011, 389 (Tankgutschein), vgl dazu Koller/Renn, DStR 2011, 555; Campen, BB 2011, 806; Schneider, NWB 2011, 508; Albert, FR 2011, 388.

Ob Barlohn oder ein Sachbezug vorliegt, entscheidet sich nach dem Rechtsgrund des Zuflusses, BFH v 11.11.2010, VI R 27/09, BStBl II 2011, 386; so auch H 8.1 Abs 14 LStH 2020 "Geldleistung oder Sachbezug". Nicht entscheidend ist hingegen die Art und Weise der Erfüllung des Anspruchs auf den Vorteil, BFH v 11.11.2010, VI R 21/09, BStBl II 2011, 383. Kann der ArbN lediglich die Sache selbst beanspruchen, liegen Sachbezüge vor. Der BFH hat ferner in Abweichung zu seinem Urt BFH v 27.10.2004, VI R 51/03, BStBl II 2005, 137 zutreffend entschieden, dass es für die Einordnung als Geldlohn unerheblich ist, ob der ArbG den Geldbetrag an den ArbN mit der Auflage zugewendet hat, den Geldbetrag nur in einer bestimmten Weise zu verwenden. Auch wenn der ArbG dem ArbN unmittelbar einen Geldbetrag überlässt, ist dann eine Sachlohnzuwendung im Wege der abgekürzten Leistungserbringung gegeben, wenn der arbeitsrechtliche Anspruch nicht auf eine reine Geldleistung gerichtet ist, sondern der ArbN v ArbG lediglich die Übernahme der Kosten für einen Sach- oder Dienstleistungsbezug oder dessen Bezuschussung beanspruchen kann. Räumt der ArbG seinem ArbN das Recht ein, bei einer bestimmten Tankstelle auf seine Kosten tanken zu dürfen, liegt ein Sachbezug vor. Gleiches gilt, wenn der ArbG dem ArbN nach dem Tanken den vom ihm gezahlten Betrag vergütet, weil auch in diesem Fall der Anspruch gegen den ArbG auf eine Sachleistung gerichtet ist, BFH v 11.11.2010, VI R 40/10, BFH/NV 2011, 590.

Sachlohn liegt dementsprechend auch bei einer steuerbaren Versicherungsübernahme vor, wenn der ArbN nach seinem Arbeitsvertrag von seinem ArbG ausschließlich Versicherungsschutz und nicht auch eine Geldzahlung verlangen kann, BFH v 14.04.2011, VI R 24/10, BStBl II 2011, 767; BFH v 07.06.2018, VI R 13/16, BStBl II 2019, 371; verwendungsbezogene Zuschüsse des ArbG für eine private Zusatzkrankenversicherung seiner ArbN stellen somit Barlohn dar, BFH v 04.07.2018, VI R 16/17, BStBl II 2019, 373.

Sachlohn ist auch bei der Einräumung von Mitarbeitergenussrechten gegeben, BFH v 10.03.2010, VI R 36/08, BFH/NV 2010, 1432. Überlässt der ArbG seinem ArbN Tankgutscheine, die bei einer beliebigen Tankstelle eingelöst werden können, ist auch dann ein Sachbezug gegeben, wenn der ArbN auf seine Kosten tankt und der ArbG ihm gegen Vorlage der Benzingutscheine die Kosten erstattet, BFH v 11.11.2010, VI R 41/10, BStBl II 2011, 389.

Der BFH hat jedoch an seiner Rspr festgehalten, dass dann Barlohn gegeben ist, wenn der ArbN auch einen Anspruch darauf hat, dass sein ArbG ihm anstelle der Sache den Barlohn in Höhe des Werts der Sachbezüge ausbezahlt. Sachbezüge liegen in diesem Fall auch dann nicht vor, wenn der ArbG die Sache zuwendet, BFH v 06.03.2008, VI R 6/05, BStBl II 2008, 530. Ist Sachlohn ...

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