Rn. 81

Stand: EL 173 – ET: 06/2024

Durch das Gesetz zur Abwehr von Steuervermeidung und unfairem Steuerwettbewerb (Steueroasen-Abwehrgesetz – StAbwG) vom 25.06.2021 (BGBl I 2021, 2056) werden Abwehrmaßnahmen für Geschäftsvorgänge mit "nicht kooperativen Steuerhoheitsgebieten" vorgeschrieben ("steuerliches Abwehrrecht", Fehling, FR 2022, 482, 483; Maier, IStR 2023, 229; zu praktischen Auswirkungen Nientimp/Becker/Thalmann, IStR 2023, 234).

Persönlich anwendbar ist das Gesetz auf "natürliche Personen, Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen" (§ 1 Abs 1 StAbwG; Kölbl/Masannek, Ubg 2023, 482, 483; s auch Entwurf eines Schreibens des BMF zum StAbwG vom 30.11.2023 Tz. 5).

Sachlich anwendbar ist das Gesetz nach § 1 Abs 2 StAbwG ua

Zitat

"auf Steuern […], die durch Bundesrecht […] geregelt sind und durch Bundesfinanzbehörden, Landesfinanzbehörden oder Gemeinden verwaltet werden",

somit auch auf die ESt. Die (für die AbgSt relevanten) Abschnitte 3 und 4 des Gesetzes (§§ 712 StAbwG) sind ab dem 01.01.2022 anzuwenden (§ 13 Abs 1 StAbwG).

 

Rn. 82

Stand: EL 173 – ET: 06/2024

Zu den Abwehrmaßnahmen des Steueroasen-Abwehrgesetzes gehört auch die Versagung ua des § 2 Abs 5b S 1 EStG, § 32d Abs 1 EStG und § 43 Abs 5 EStG in Bezug auf Einkünfte iSd § 11 Abs 1 StAbwG, die das Kreditinstitut für Rechnung des Schuldners an den StPfl zahlt, § 11 Abs 2 StAbwG (Entwurf eines Schreibens des BMF zum StAbwG vom 30.11.2023 Tz 66 ff; speziell zur AbgSt Tz 70).

Einkünfte iSd § 11 Abs 1 S 1 StAbwG sind

Zitat

"Bezüge im Sinne des § 20 Abs 1 Nr 1, 2, 9 und 10 Buchst a EStG, die von einer in einem nicht kooperativen Steuerhoheitsgebiet ansässigen Körperschaft geleistet werden".

 

Rn. 83

Stand: EL 173 – ET: 06/2024

Die Definition des "nicht kooperativen Steuerhoheitsgebiets" folgt dabei aus § 2 Abs 1 StAbwG (s auch Entwurf eines Schreibens des BMF zum StAbwG vom 30.11.2023 Tz. 2). Dieser verweist auf die Bestimmungen des Abschnitts 2 des Gesetzes in § 4 Abs 1 StAbwG, § 5 Abs 1 StAbwG und § 6 StAbwG.

Aufgrund der Verordnungsermächtigung des § 3 Abs 1 StAbwG hat das BMF mit der Steueroasen-Abwehrverordnung (StAbwV) vom 20.12.2021 (BGBl I 2021, 5236) die Liste der "nicht kooperativen Steuerhoheitsgebiete" bekannt gegeben, die von den FA ohne "gesonderte Prüfung" zu beachten ist (Entwurf eines Schreibens des BMF zum StAbwG vom 30.11.2023 Tz. 2). Zu den "nicht kooperativen Steuerhoheitsgebieten" gehören nach § 2 StAbwV

  • Amerikanisch-Samoa (seit dem 24.12.2021),
  • Amerikanische Jungferninseln (seit dem 24.12.2021),
  • Anguilla (seit dem 21.12.2022),
  • Antigua und Barbuda (seit dem 20.12.2023),
  • Bahamas (seit dem 21.12.2022),
  • Belize (seit dem 20.12.2023),
  • Fidschi (seit dem 24.12.2021),
  • Guam (seit dem 24.12.2021),
  • Palau (seit dem 24.12.2021),
  • Panama (seit dem 24.12.2021),
  • Russische Föderation (seit dem 20.12.2023),
  • Samoa (seit dem 24.12.2021),
  • Seychellen (seit dem 20.12.2023),
  • Trinidad und Tobago (seit dem 24.12.2021),
  • Turks- und Caicosinseln (seit dem 21.12.2022) und
  • Vanuatu (seit dem 24.12.2021).

S auch die Übersicht über die Gebiete in der Tabelle 1 bei Grotherr, IWB 2023, 127, 130.

 

Rn. 84–89

Stand: EL 173 – ET: 06/2024

vorläufig frei

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