Littmann/Bitz/Pust, Das Ein... / (3) Krankenversicherung/Pflegeversicherung
 

Rn. 2127

Stand: EL 129 – ET: 08/2018

Zu unterscheiden sind 3 Personengruppen:

 
Fallgruppe Erläut dazu
ArbN ist pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung/Pflegeversicherung s Rn 2128
ArbN ist freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung/Pflegeversicherung versichert s Rn 2129–2130
ArbN ist privat versichert in der Krankenversicherung/Pflegeversicherung s Rn 2131–2137
 

Rn. 2127a

Stand: EL 129 – ET: 08/2018

Zusammenspiel zwischen Krankenversicherung u Pflegeversicherung:

 
Tatbestand in der Krankenversicherung Rechtsfolge für die soziale Pflegeversicherung
ArbN ist pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung ArbN ist auch pflichtversichert in der Pflegeversicherung (§ 20 Abs 1 S 1 SGB XI)
ArbN ist freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ArbN ist auch pflichtversichert in der Pflegeversicherung (§ 2 Abs 3 SGB XI)
ArbN ist privat versichert in der Krankenversicherung ArbN muss sich auch in der Pflegeversicherung privat versichern (§ 23 SGB XI)
 

Rn. 2128

Stand: EL 129 – ET: 08/2018

Gesetzlich kranken-/pflegeversicherungspflichtiger ArbN: Beitragsanteile u Zuschüsse des ArbG zu dessen gesetzlicher Krankenversicherung u Pflegeversicherung sind steuerfrei, soweit der ArbG zur Tragung der Beiträge verpflichtet ist (§ 249 SGB V; R 3.62 Abs 2 Nr 1 S 1 LStR 2015). Nach § 249 Abs 1 SGB V trägt der ArbG die Hälfte der Beiträge aus dem Arbeitsentgelt nach dem allg o ermäßigten Beitragssatz, im Übrigen tragen die Beschäftigten die Beiträge. Für geringfügig Beschäftigte gilt die Sonderregelung nach § 249b SGB V (§ 249 Abs 1 S 2 SGB V). Der Zusatzbeitrag nach § 242 SGB V u der Beitragszuschlag für Kinderlose nach § 55 Abs 3 SGB XI wird allein vom ArbN getragen u kann deswegen nicht vom ArbG steuerfrei erstattet werden.

 

Rn. 2129

Stand: EL 129 – ET: 08/2018

Freiwillig gesetzlich versicherter ArbN: Zuschüsse des ArbG zu seiner gesetzlichen Krankenversicherung u Pflegeversicherung o privaten Pflegepflichtversicherung sind steuerfrei, soweit der ArbG nach § 257 Abs 1 SGB V (Krankenversicherung) u nach § 61 Abs 1 SGB XI (Pflegeversicherung) zur Zuschussleistung verpflichtet ist (R 3.62 Abs 2 Nr 2 S 1 LStR 2015). Nach § 257 Abs 1 SGB V erhalten freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherte Beschäftigte, die nur wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze (s Rn 2136) versicherungsfrei sind, vom ArbG als Beitragszuschuss den Betrag, den der ArbG entsprechend § 249 Abs 1 o 2 SGB V bei Versicherungspflicht zu tragen hätte (§ 257 Abs 1 S 1 SGB V). Bestehen innerhalb desselben Zeitraums mehrere Beschäftigungsverhältnisse, sind die beteiligten ArbG anteilig nach dem Verhältnis der Höhe der jeweiligen Arbeitsentgelte zur Zahlung dieses Beitragszuschusses verpflichtet (§ 257 Abs 1 S 2 SGB V). Nach § 61 Abs 1 S 1 SGB XI erhalten Beschäftigte, die in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert sind, unter den Voraussetzungen des § 58 SGB XI einen Beitragszuschuss, der in der Höhe begrenzt ist auf den Betrag, der als ArbG-Anteil nach § 58 SGB XI zu zahlen wäre. Bestehen innerhalb dieses Zeitraums mehrere Beschäftigungsverhältnisse, sind die beteiligten ArbG wie nach § 257 Abs 1 S 2 SGB V anteilig zur Zuschusszahlung verpflichtet (§ 61 Abs 1 S 2 SGB XI).

 

Rn. 2130

Stand: EL 129 – ET: 08/2018

Übersteigt das Arbeitsentgelt nur aufgrund von einmalig gezahltem Arbeitsentgelt die Beitragsbemessungsgrenze (s Rn 2136) u hat der ArbN deshalb für jeden Monat die Höchstbeiträge zur Krankenversicherung u Pflegeversicherung zu zahlen, sind die ArbG-Zuschüsse aus Vereinfachungsgründen entsprechend der Höchstbeträge steuerfrei (R 3.62 Abs 2 Nr 2 S 3 LStR 2015). Das gilt auch, wenn das im Krankheitsfall fortgezahlte Arbeitsentgelt die monatliche Beitragsbemessungsgrenze unterschreitet u der ArbN dennoch für die Dauer der Entgeltfortzahlung die Höchstbeiträge an die Krankenversicherung u Pflegeversicherung zu zahlen hat (R 3.62 Abs 2 Nr 2 S 4 LStR 2015).

 

Rn. 2131

Stand: EL 129 – ET: 08/2018

Privat kranken-/pflegeversicherter ArbN: Zuschüsse des ArbG an einen nicht gesetzlich krankenversicherungspflichtigen ArbN, der eine private Krankenversicherung u Pflegeversicherung abgeschlossen hat, sind steuerfrei, soweit der ArbG nach § 257 Abs 2 SGB V (Krankenversicherung) bzw nach § 61 Abs 2 SGB XI (betr Pflegeversicherung) zur Zuschussleistung verpflichtet ist (R 3.62 Abs 2 Nr 3 S 1ff LStR 2015 mw Einzelheiten; Ross in Frotscher/Geurts, § 3 Nr 62 EStG Rz 8, 16). Nach § 257 Abs 2 S 1 SGB V erhalten Beschäftigte, die nur wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltsgrenze (s Rn 2136) o aufgrund § 6 Abs 3a SGB V (über 55-Jährige, die in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert waren) o die von der Versicherungspflicht befreit u bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen versichert sind u für sich u ihre Angehörigen, die bei Versicherungspflicht des Beschäftigten nach § 10 SGB V versichert wären, Vertragsleistungen beanspruchen können...

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