Rn. 13a

Stand: EL 148 – ET: 12/2020

Die Bilanzbündeltheorie hatte noch gefolgert, dass steuerlich zwischen der PersGes und den Gesellschaftern keine Forderungen und Verbindlichkeiten entstehen könnten, dass vielmehr alles, was der Gesellschafter an die Gesellschaft leistet, als Einlage, und alles, was er von der Gesellschaft erhalte, als Entnahme zu werten sei (bei Veräußerungsgeschäften anteilig entsprechend dem Gesamthandsanteil). Ausnahmen gab es nur für Warenlieferungen im normalen Geschäftsverkehr (BFH BStBl II 1970, 43), für Bankgeschäfte (BFH BStBl II 1969, 480) sowie Bauarbeiten eines Bauunternehmers für die Bauträger-PersGes (BFH BStBl II 1973, 630; bestätigt durch BFH BStBl II 1983, 598).

Heute erfolgt eine Korrektur von entgeltlichen Veräußerungsvorgängen nach Entnahme-/Einlageregeln nur noch bei Unangemessenheit von Leistung und Gegenleistung (s BFH v 20.02.2003, BStBl II 2003, 700 zu 1.; GrS BFH v 25.02.1991, BStBl II 1991, 691 zu C.III.2. der Begründung; BFH v 23.08.1990, BStBl II 1991, 172 zu 1. letzter Abs der Begründung).

Die aus dem Zivilrecht abgeleitete begrenzte Rechtszuständigkeit (s Rn 12a–12b: Prinzip der Einheit der PersGes) ist als gesetzessystematische Ausnahme gegenüber § 39 Abs 2 AO vorrangig; § 39 Abs 2 AO steht bei Veräußerungsgeschäften der einheitlichen Beurteilung als Fremdgeschäft nicht entgegen (BFH BStBl II 1981, 84; s Rn 96); das Geschäft wird zwischen der Gesellschaft (als Gewinnerzielungssubjekt) und dem Gesellschafter abgeschlossen, für eine Aufteilung des Rechtsgeschäfts gibt § 39 Abs 2 Nr 1 AO keine Handhabe (s Groh, JbFSt 1983/84, 255, 262).

Wegen der Folgen bei gesellschaftlich veranlasster Forderungsstundung aus Veräußerungsgeschäften des Gesellschafters an seine PersGes s Rn 86.

Die unentgeltliche Überlassung eines Gesellschaftsgrundstücks an den Gesellschafter, der darauf ein fremdvermietetes Gebäude erstellt, führt bzgl des Gebäudes nicht zu Sonder-BV des Gesellschafters, sondern konsequent (nur) zu Nutzungsentnahmen in Höhe der von der Gesellschaft übernommenen Aufwendungen: s Rn 63 zu (3) (d).

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