Nach § 7g Abs. 1 S. 1 EStG können Steuerpflichtige für die künftige Anschaffung/Herstellung eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsguts des Anlagevermögens bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs-/Herstellungskosten (AK/HK) gewinnmindernd als IAB abziehen.

Bei Anschaffung/Herstellung des Wirtschaftsguts kann ein Betrag i.H.v. bis zu 40 % der AK/HK gewinnerhöhend hinzugerechnet werden (§ 7g Abs. 2 S. 1 EStG).[1]

Rückgängigmachung bei Nichthinzurechnung: Soweit in Anspruch genommene IAB nicht bis zum Ende des dritten[2] auf das WJ des jeweiligen Abzugs folgenden WJ nach § 7g Abs. 2 Satz 1EStG hinzugerechnet wurden, sind diese rückwirkend zu versagen (§ 7g Abs. 3 EStG).[3]

Herabsetzung der AK/HK: Im WJ der begünstigten Investition können die AK/HK des Wirtschaftsguts nach § 7g Abs. 2 S. 2 EStG um bis zu 40 % (höchstens um die Hinzurechnung nach § 7g Abs. 2 S. 1 EStG) gewinnmindernd herabgesetzt werden.

Vorverlagerung von Abschreibungspotential: Sinn und Zweck der Vorschrift bestehen in der Verbesserung der Liquidität und der Eigenkapitalausstattung kleinerer und mittlerer Betriebe, bei denen Abschreibungspotential in ein WJ vor der Anschaffung/Herstellung eines Wirtschaftsguts verlagert werden kann.[4]

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des IAB: Die Inanspruchnahme eines IAB ist an mehrere Voraussetzungen gebunden. Diese sind nach § 7g Abs. 1 EStG insbesondere:

[1] Ausführlich zu § 7g EStG: Schumann, EStB 2017, 248 und Paus, EStB 2016, 107. Zur Verwaltungsauffassung s. das BMF-Schreiben zu § 7g EStG: BMF v. 20.3.2017 – IV C 6 - S 2139-b/07/10002-02 – DOK 2017/0202664, EStB 2017, 147 = BStBl. I 2017, 423 (Rz. 4 und 5 neu gefasst mit BMF v. 26.8.2019 – IV C 6 - S 2139-b/07/10002-02 – DOK 2019/0716523, EStB 2019, 412 = BStBl. I 2019, 870).
[2] Die Investitionsfrist beträgt vier Jahre, wenn der IAB in einem WJ beansprucht wurde, welches zwischen dem 1.1.2017 und dem 31.12.2017 endete (§ 52 Abs. 16 EStG i.d.F des Art. 1 Nr. 8c) des "Zweiten Gesetzes zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise" (Zweites Corona-Steuerhilfegesetz) v. 29.6.2020, BGBl. I 2020, 1512.
[3] Es ist auch möglich, die IAB "freiwillig" vorzeitig rückwirkend aufzuheben (§ 7g Abs. 3 S. 1 Halbs. 2 EStG).
[4] BFH v. 15.11.2017 – VI R 44/16, EStB 2018, 81 = BStBl. II 2019, 466 unter II. 1. c) cc).
[5] Bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben darf der Wirtschaftswert (oder Ersatzwirtschaftswert) nicht 125.000 EUR übersteigen (§ 7g Abs. 1 S. 2 Nr. 1 b EStG).

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