Im Privatvermögen gehaltene... / 5. Proof of Stake

Methode zur Konsensfindung: Bei der Überprüfung von Transaktionen und der Findung des nächsten Blocks kommen verschiedene Methoden zur Konsensfindung zum Einsatz. Das derzeit bekannteste – auch bei Bitcoin eingesetzte – Verfahren ist der sog. proof of work.

a) Hintergrund

Wie beschrieben[30] müssen die Miner hierbei mit Hilfe von Rechenleistung mathematische Algorithmen lösen, um den jeweiligen Block zu minen sowie die anteiligen Transaktionskosten zu erhalten. Durch die zunehmende Anzahl an Minern wird jedoch die benötigte Rechenleistung immer größer und der Stromverbrauch nimmt weiter zu. Um weiterhin

  • die Echtheit von Transaktion zu garantieren und
  • den zunehmenden Energieverbrauch zu verhindern,

setzen daher viele Kryptowährungen auf die Konsensfindung mit Hilfe des sog. proof of stake (so z.B. Dash, NEO und vermutlich bald auch Etherium). Beachten Sie: Ausschlaggebend ist der Stake eines Nutzers, also sein Anteil an der gesamten Menge an Tokens, die existieren. Je größer sein Anteil ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass dieser Nutzer ausgewählt wird, um den nächsten Block zu minen.

[30] Vgl. dazu Heuel/Matthey, EStB 2018, 263 (264).

b) Schaffung einer zusätzlichen Einkunftsquelle durch das sog. Staking

Ein Anreiz zum sog. proof of stake wird auch dadurch geschaffen, dass Investoren nicht nur an Kursgewinnen partizipieren, sondern durch das sog. Staking eine zusätzliche Einkunftsquelle geschaffen wird. Beachten Sie: Die bei der Blockgenerierung als Belohnung

  • geschaffenen Coins und
  • einbehaltene Transaktionsgebühren

werden zufällig und periodisch über die Coin-Besitzer ausgeschüttet.

c) Steuerliche Aspekte

Steuerlich stellt sich auch hier die Frage, ob sich durch die Einnahmen in Form von neuen Coins die Spekulationsfrist für die vorhandenen Coins nach § 23 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 S. 4 EStG auf zehn Jahre verlängert.

Darüber hinaus ist fraglich, wie

  • die Gutschrift der neuen Coins und
  • die etwaige spätere Veräußerung der neuen Coins

steuerlich zu behandeln sind.

Beachten Sie: Diesbezüglich kann vollumfänglich auf die o.g. Ausführungen zur Gutschrift von GAS beim Halten von NEO[31]verwiesen werden: Nach der hier vertretenen Auffassung

  • führt die Gutschrift von neuen Coins nicht dazu, dass sich die Spekulationsfrist für die vorhandenen Coins nach § 23 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 S. 4 EStG auf zehn Jahre verlängert.
  • Bei der Gutschrift der neuen Coins liegen im Zeitpunkt der Gutschrift Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG vor. Mangels eines (entgeltlichen) Anschaffungsvorgangs nach § 23 EStG ist die spätere Veräußerung der neuen Coins nach Ablauf der Fristen des § 23 EStG steuerfrei.
[31] Vgl. obige Ausführungen unter I 1.

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