Rz. 515

Betriebsgrundstück i. S. d. § 99 Abs. 1 Nr. 1 BewG ist der zu einem Gewerbebetrieb gehörige Grundbesitz, soweit er losgelöst von seiner Zugehörigkeit zu dem Gewerbebetrieb zum Grundvermögen gehören würde. Dem Gewerbebetrieb steht die Ausübung eines freien Berufs i. S. d. § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG gleich.[1]

Die Voraussetzungen, unter denen Grundbesitz zu einer wirtschaftlichen Einheit des Betriebsvermögens gehört, bestimmen sich nach den §§ 95 bis 97 BewG. Bei gewerblichen Einzelbetrieben ist dies insoweit der Fall, als der Grundbesitz bei der steuerlichen Gewinnermittlung zum Betriebsvermögen gehört.[2] Da für ertragsteuerliche Zwecke jeder in einem besonderen Nutzungszusammenhang stehende Teil eines Grundstücks ein selbstständiges Wirtschaftsgut bildet[3], kann ein Grundstück zum Teil zum Grundvermögen i. S. d. § 176 Abs. 1 BewG gehören und zum Teil Betriebsgrundstück i. S. d. § 99 BewG sein. Entsprechendes gilt für Grundstücke, die dem Betrieb einer Personengesellschaft i. S. d. § 15 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 3 EStG oder § 18 Abs. 4 S. 2 EStG dienen, jedoch nicht im Eigentum der Gesellschaft, sondern in dem eines Gesellschafters oder mehrerer bzw. aller Gesellschafter stehen.[4] Grundstücke, die im Eigentum einer Kapitalgesellschaft oder einer Gesellschaft i. S. d. § 15 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 3 EStG oder § 18 Abs. 4 S. 2 EStG stehen, gehören hingegen stets in vollem Umfang zum Betriebsvermögen.[5]

Ob ein Betriebsgrundstück losgelöst von seiner Zugehörigkeit zu einem Gewerbebetrieb zum Grundvermögen gehören würde, richtet sich nach § 176 Abs. 1 BewG. Die in den Nrn. 1 bis 3 dieser Vorschrift bezeichneten wirtschaftlichen Einheiten gehören danach zum Grundvermögen, soweit es sich nicht um land- und forstwirtschaftliches Vermögen[6] handelt.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Steuer Office Excellence. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Steuer Office Excellence 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge