Eintausch wird beschränkt: Bisher konnten nach § 20 Abs. 4a S. 3 EStG sonstige Kapitalforderungen i.S.d. § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG ohne Gewinnrealisation in andere Wertpapiere umgewandelt werden. Dabei gingen die Anschaffungskosten der sonstigen Kapitalforderungen auf die neuen Wertpapiere über. Als neue Wertpapiere wurden von der Regelung nicht nur Aktien, sondern auch andere Wertpapiere erfasst. Nunmehr wird die Regelung des § 20 Abs. 4a S. 3 EStG auf den Eintausch in Aktien i.S.d. § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG beschränkt, um laut Gesetzesbegründung missbräuchliche Steuergestaltungen zu unterbinden (§ 20 Abs. 4a S. 3 EStG).

Erstmalige Anwendung: Die Neufassung von § 20 Abs. 4a S. 3 EStG ist für Wertpapiere, die nach dem 31.12.2020 angedient werden, anzuwenden (§ 52 Abs. 28 S. 19 EStG).

Zuteilung von Aktien: Nach der bisherigen Fassung des § 20 Abs. 4a S. 5 EStG waren unter bestimmten Voraussetzungen der Ertrag und die Anschaffungskosten der Aktien bei deren Zuteilung durch Aktiengesellschaften an ihre Anteilseigner mit 0 EUR anzusetzen und die Besteuerung des Wertzuwachses erfolgt im Zeitpunkt der Veräußerung der eingebuchten Aktien. Die steuerliche Qualifikation der Aktien soll damit vereinfacht werden. Nach der Neufassung der Norm gilt diese Vereinfachung nur bei Zuteilung von Aktien durch ausländische Gesellschaften, so dass künftig bei Kapitalmaßnahmen ausländischer Gesellschaften Abwicklungsprobleme bei den Depotbanken vermieden werden (§ 20 Abs. 4a S. 5 EStG). Im Regierungsentwurf ist dies damit begründet, dass die Erfahrung seit Einführung der Norm gezeigt habe, dass bei Kapitalmaßnahmen inländischer Aktiengesellschaften die steuerliche Einordnung zum Zeitpunkt der Einbuchung der Aktien regelmäßig möglich ist.

Erstmalige Anwendung: Die Neufassung von § 20 Abs. 4a S. 5 EStG ist für die Zuteilung von Anteilen anzuwenden, wenn diese nach dem 31.12.2020 erfolgt und die die Zuteilung begründenden Anteile nach dem 31.12.2008 angeschafft worden sind (§ 52 Abs. 28 S. 20 EStG).

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