Kurzbeschreibung

Dieser Musterbrief wendet sich direkt an den Mandanten und unterstützt den steuerlichen Berater für den Fall der Erstberatung oder bei einem Mandantenwechsel. Er zeigt Beratungspotenzial bei der lohnsteuerlichen Bewertung von Lohnersatzleistungen ab 2022 auf.

Hinweis: Weitergabe von Mandanteninformationen

Die Weitergabe der Mandanteninformationen, z. B. per E-Mail oder als Brief, an Ihre Mandanten ist zulässig, die Weitergabe an Dritte außerhalb Ihrer Mandantschaft ist hingegen nicht zulässig. Ebenso zulässig ist die Veröffentlichung, z. B. als HTML-Dokument oder als PDF-Datei, im geschützten Bereich des Internetauftritts Ihrer Kanzlei. Aus urheberrechtlichen Gründen ist eine Veröffentlichung z. B. in sozialen Netzwerken oder auf Internet-Homepages im öffentlich zugänglichen Bereich nicht gestattet.

Anschreiben

  [Briefkopf Kanzlei]
Frau/Herr …  
   
  [Datum]
   

Thema: Steuerfreie Sachbezüge für Ihre Arbeitnehmer

Unser Termin/unser Telefonat am/vom …
   

Sehr geehrte Frau …, sehr geehrter Herr …,

Als Arbeitgeber müssen Sie sich im kommenden Jahr 2022 früher oder später mit Lohnerhöhungsforderungen auseinandersetzen. In diesem Zusammenhang sollten Sie Ihre Mitarbeiter darüber aufklären, was von einer Lohnerhöhung nach Abzug von Steuern und Sozialversicherung übrig bleibt. Im Regelfall wir die Lohnerhöhung zur Hälfte mit zusätzlichen Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen wieder gekürzt. Ich/wir möchten Ihnen daher mit diesem Schreiben diverse Alternativen zu Lohnerhöhungen aufzeigen und Ihnen die steuerlichen Möglichkeiten einer alternativen Gewährung von Lohnersatzleistungen darlegen. Insbesondere die Gewährung von Sachbezügen ist ab 2022 attraktiver. Denn der Gesetzgeber hat die Freigrenze für Sachbezüge als Lohnersatzleistung ab 2022 angehoben. Außerdem sind ab 1.1.2022 wichtige Änderungen bei Gutscheinen und Geldkarten eingetreten. Gerne informiere ich /informieren wir Sie über die wesentlichen Neuerungen.

Höhere Freigrenze für Sachbezüge ab 2022

Ab Januar 2022 können Sie Ihren Arbeitnehmern Sachbezüge im Wert von 50 Euro pro Kalendermonat, im Jahr also insgesamt 600 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei zuwenden. Bislang waren es maximal 44 Euro im Monat bzw. 528 Euro im Jahr.

Bei der Gewährung von Sachbezügen müssen allerdings diverse steuerliche Besonderheiten beachtet werden. So handelt es sich bei dem 50 Euro-Betrag nicht um einen Freibetrag, sondern um eine Freigrenze. Die Überschreitung der Freigrenze ist für jeden Kalendermonat gesondert zu prüfen. Ein Betragsausgleich unter mehreren Kalendermonaten oder auf das Jahr gerechnet ist nicht möglich. Wird die Freigrenze in einem Monat überschritten, unterliegt der gesamte Sachbezug (nicht nur der die 50 Euro-Grenze überschreitende Betrag) der Lohnsteuer- und Sozialversicherungspflicht.

Beispiel: Sie wenden Ihren Arbeitnehmern in einem Monat 45 Euro zu, im folgenden Monat 55 Euro zu. Die Sachbezüge im Folgemonat unterliegen vollumfänglich der Steuer- und Sozialversicherungspflicht. Eine Verrechnung der verbleibenden 5 EUR vom Vormonat ist nicht zulässig. Außerdem müssen Sie alle Nebenkosten im Zusammenhang mit dem Sachbezug in die 50-EUR-Grenze einrechnen.

Darüber hinaus kann die Freigrenze nicht auf alle Sachzuwendungen angewandt werden. Keine Anwendung findet die Freigrenze zum Beispiel für Mahlzeiten in der Kantine des Arbeitgebers oder für Verpflegungen im Rahmen von Auswärtstätigkeiten, freier Verpflegung und freier Unterkunft oder für die private Nutzung eines Firmenwagens.

Tappen Sie bei Sachbezügen nicht in die Steuerfalle. Ich/wir halten eine Aufstellung aller nicht steuerfreien Zuwendungen im Rahmen der Freigrenze für Sie bereit. Planen Sie für 2022 erstmalig Sachbezüge, Sachbezüge anderer Art oder höhere Sachbezüge für Ihre Arbeitnehmer, sollten Sie mit mir/uns Kontakt aufnehmen.

Wichtige Unterscheidung: Bar- oder Sachlohn

Weiterhin müssen Sie im Zusammenhang mit Lohnersatzleistungen exakt unterscheiden, ob Sie Ihren Mitarbeitern einen Bar- oder Sachlohn zuwenden. Steuervorteile gibt es nur für Sachleistungen. Geldleistungen unterliegen hingegen immer der Lohnsteuer- und Sozialversicherungspflicht. Der Teufel liegt hier im Detail: Denn nach der Gesetzesdefinition zählen zu den Einnahmen in Geld auch zweckgebundene Geldleistungen, nachträgliche Kostenerstattungen, Geldsurrogate und andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten.

Wichtiges zu Warengutscheinen und Geldkarten ab 2022

Seit 1.1.2022 zählen Warengutscheine bzw. Gutscheine aller Art oder Geldkarten nur dann nicht zu (steuerpflichtigen) Einnahmen in Geld, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Unter anderem dürfen die Gutscheine oder Geldkarten unabhängig von einer Betragsangabe ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen vom Aussteller des Gutscheins aus der eigenen Produktpalette berechtigen. Im Gesetz wird hierzu auf das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz verwiesen. Details hierzu erläutere ich/erläutern wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch. Bitte prüfen Sie vor dem Gesprächster...

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