Einkommensteuererklärung 20... / 1. Anlage AV

Mithilfe der Angaben in Anlage AV wird ein (zusätzlicher) Sonderausgabenabzug für sog. "Riesterverträge" geltend gemacht. Hierzu ist die elektronische Übermittlung der Daten seitens des Anbieters Voraussetzung. Nach § 93c AO haben Anbieter eines Altersvorsorgevertrages als mitteilungspflichtige Stelle elektronisch an die zentrale Stelle zu übermitteln (vgl. § 10a Abs. 5 EStG):

  • die Vertragsdaten,
  • die Höhe der im jeweiligen Beitragsjahr zu berücksichtigenden Altersvorsorgebeiträge und
  • die Zulage- oder Sozialversicherungsnummer.

Der Sonderausgabenabzug wird grds. für sämtliche vom Anbieter übermittelten Altersvorsorgeverträge gewährt. Neu ist, dass nicht mehr die Verträge anzugeben sind, für die ein zusätzlicher Sonderausgabenabzug beantragt wird. Vielmehr müssen nunmehr die Verträge, für die ein zusätzlicher Sonderausgaben nicht in Anspruch genommen werden soll, explizit benannt werden. Vor diesem Hintergrund wurde die neue Formulierung in Zeile 4 aufgenommen. Die bisherigen Abfragen in den Zeilen 4, 6-8 der Anlage AV 2018 sind daher nicht mehr vorhanden.

Beraterhinweis Bisher setzte der Sonderausgabenabzug nach § 10a EStG voraus, dass die steuerpflichtige Person gegenüber dem Anbieter als mitteilungspflichtige Stelle in die Datenübermittlung nach § 10a Abs. 5 EStG einwilligt. In den Fällen sog. "Dauerzulagenanträge" wurde diese Einwilligung gesetzlich fingiert. Neu ist, dass jetzt bei allen steuerpflichtigen Personen auf eine Einwilligung verzichtet wird. Daher sind die mitteilungspflichtigen Stellen nunmehr dazu verpflichtet, die Daten und Informationen immer an die zentrale Stelle i.S.d. § 81 EStG zu übermitteln. Soll für bestimmte Verträge kein zusätzlicher Sonderausgabenabzug in Anspruch genommen werden, sind die Angaben in den Zeilen 31 ff. (Seite 2 der Anlage AV) zu machen. Beachten Sie: Wird für alle Altersvorsorgeverträge i.S.d. §§ 10a, 79 ff. EStG kein Sonderausgabenabzug gewünscht, muss die Anlage AV nicht abgegeben werden.

Verkürzte Abgabefrist der Einwilligungserklärung bestimmter Berufsgruppen: Durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz vom 17.8.2017 (BGBl. I 2017, 3214) wurde insb. für Beamte oder Empfänger von Amtsbezügen (vgl. § 10a Abs. 1 S. 1 Halbs. 2 EStG), die bisherige Abgabefrist für die Einwilligung in die Datenübermittlung ggü. der insb. Besoldungsstelle auf ein Jahr verkürzt. Die Änderung gilt seit 1.1.2019. Die Angaben dienen der Ermittlung der Zulagenberechtigung.

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