Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/... / 7.6 Persönlicher Anwendungsbereich
 

Tz. 653

Stand: EL 94 – ET: 10/2018

Obwohl die Einfügung des § 14 Abs 1 S 1 Nr 5 KStG sowohl aF als auch nF mit der Zulassung doppelt ansässiger OT und neuerdings auch doppelt ansässiger OG begründet worden ist, findet sich im Gesetzeswortlaut diese wichtige Einschränkung nicht wieder; das Gesetz spricht ganz allgemein von "OT" und "OG". Entgegen der Auff von Stangl/Brühl (DK 2013, 77, 100), Schaden/Polatzky (IStR 2013, 131, 135ff) und Ritzer/Aichberger (DK 2013, 602, 604), lässt – obwohl der BT-Fin-Aussch eine ausdrückliche Beschränkung auf doppelt ansässige Gesellschaften vorgeschlagen hatte (s BT-Drs. 17/10774, 20) – uE der Gesetzeswortlaut keinen Spielraum für eine teleologische Reduktion auf doppelt ansässige Gesellschaften (glA s Frotscher, in F/D, § 14 KStG Rn 497 und s Neumann, in Gosch, 3. Aufl, § 14 KStG Rn 477).

 

Tz. 654

Stand: EL 94 – ET: 10/2018

OT iSd § 14 Abs 1 S 1 Nr 5 KStG können daher sein

  • inl Kö,
  • beschr stpfl ausl Kö mit inl BetrSt iSd § 14 Abs 1 S 1 Nr 3 S 4–7 KStG,
  • doppelt ansässige Kö,
  • natürliche Personen (s Meilicke, DB 2002, 911, und s Schreiber/Meiisel, IStR 2002, 581) und
  • Pers-Ges. Unstreitig können auch Pers-Ges OT sein. Da sie jedoch nicht eigenständig der ESt bzw der KSt unterliegen, haben sie, streng genommen, keine "Eink" iSd § 14 Abs 1 S 1 Nr 5 KStG. Daraus zu schließen, dass § 14 Abs 1 S 1 Nr 5 KStG bezogen auf Pers-Ges leerläuft (idS s Endres/Thies, RIW 2002, 275; s Orth, IStR, Beih zu Heft 9/2002, 16; s Löwenstein/Maier, IStR 2002, 188; s Kestler/Weger, GmbHR 2003, 156, 161; s Jänisch/Klein, BB 2007, 696; s Brink, in Sch/F, § 14 KStG Rn 947; s Schaden/Polatzky, IStR 2013, 131, 133; s Ritzer/Aichberger, DK 2013, 602, 303 und s von Freeden/Liekenbrock, DB 2013, 1690), erscheint uE nicht zwingend. Bei einer solchen Argumentation könnten Pers-Ges, da sie auch kein "Einkommen" haben, nicht OT sein, dem das Organeinkommen zugerechnet wird (glA s Frotscher, in F/D, § 14 KStG Rn 499; s Neumann, in Gosch, 3. Aufl, § 14 KStG Rn 479 und s Benecke/Schnitger, IStR 2013, 143, 146). Schneider/Schmitz (GmbHR 2013, 281, 282) gehen wohl von einer Anwendung auch auf Pers-Ges aus, da für die Anwendung des § 14 Abs 1 S 1 Nr 5 KStG nunmehr die Berücksichtigung der Verluste bei jedweder Person im Ausl ausreichend ist. In diese Richtung ebenfalls s Neumann (in Gosch, 3. Aufl, § 14 KStG Rn 491). Rödder/Liekenbrock (in R/H/N, § 14 KStG Rn 454) und Wagner/Liekenbrock (Ubg 2013, 133, 143) halten die Frage für offen. Auch der BFH (s Urt des BFH v 12.10.2016, BFH/NV 2017, 586 Rn 44) hat mangels Entscheidungserheblichkeit offen gelassen, ob § 14 Abs 1 S 1 Nr 5 KStG Pers-Ges als OT erfasst.

    Auch bei Pers-Ges ist eine doppelte Verlustnutzung denkbar, da die MU (= andere Person iSd § 14 Abs 1 S 1 Nr 5 KStG) die Verluste ggf iRd unbeschr oder der beschr StPfl abziehen können (glA s Frotscher, in F/D, § 14 KStG Rn 499; aA s Prinz/Simon, DK 2003, 104, 109).

 

Tz. 655

Stand: EL 94 – ET: 10/2018

Eine OG iSd § 14 Abs 1 S 1 Nr 5 KStG kann seit Inkrafttreten des ÄndG v 20.02.2013 neben den in Tz 75 genannten Kap-Ges auch eine doppelt ansässige Kap-Ges sein (s Tz 96ff).

 

Tz. 656

Stand: EL 94 – ET: 10/2018

Wie bereits erwähnt (s Tz 645), beschr § 14 Abs 1 S 1 Nr 5 KStG nur die stliche Berücksichtigung negativer Eink des OT oder der OG in Fällen eines doppelten Abzugs sowohl im Inl als auch im Ausl, nicht jedoch die doppelte Verlustnutzung außerhalb der Organschaft. Bei rückwirkender Nichtanerkennung der Organschaft entfällt auch die Anwendung des § 14 Abs 1 S 1 Nr 5 KStG.

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