Tz. 329

Stand: EL 102 – ET: 06/2021

Wie bereits erläutert (s Tz 61ff, s Tz 143), schlägt die StBefreiung nach § 8b Abs 2 KStG bei Kö auf die GewSt durch, nicht jedoch die des § 8b Abs 1 KStG in Fällen des Streubesitzes.

Der durch das EURLUmsG mit Wirkung ab dem EHZ 2004 eingefügte § 7 S 4 GewStG regelt, dass § 3 Nr 40 und § 3c Abs 2 EStG bei der Ermittlung des Gewerbeertrags einer MU-Schaft anzuwenden sind, soweit an der MU-Schaft natürliche Personen unmittelbar oder mittelbar über eine oder über mehrere Pers-Ges beteiligt sind; im Übrigen ist § 8b KStG anzuwenden. Das gilt auch in Organschaftsfällen, in denen OT eine Pers-Ges ist (s Schr des BMF v 21.03.2007, BStBl I 2007, 302 Abschn 1 Buchst b)). Nach Ansicht von Prinz/Hick (GmbHR 2006, 24, 26) stellt sich wegen der stverschärfenden Wirkung in Verlustfällen die Frage nach dem Dispositionsschutz des Stpfl bis zur Verabschiedung des EURLUmsG v 09.12.2004.

Wegen der Auswirkungen des § 8b Abs 1 bis 5 KStG auf die GewSt im Einzelnen, s Tz 61ff, s Tz 143, s Tz 222, s Tz 287, weiter s Tz 311ff.

Soweit an der MU-Schaft natürliche Personen beteiligt sind, erfolgt bei Schachteldividenden die Kürzung der noch im Gewerbeertrag enthaltenen 60 % (bis VZ 2008: 50 %) der Dividenden nach § 9 Nr 2a, Nr 7 bzw Nr 8 GewStG, wobei die in unmittelbarem Zusammenhang mit den Dividenden stehenden Ausgaben (ab dem EHZ 2006) den Kürzungsbetrag mindern (s Tz 312).

VG aus der Veräußerung des MU-Anteils sind nur dann gewstpfl, wenn sie

In den übrigen Fällen ist der VG bereits dem Grunde nach nicht gewstpfl, da es sich nicht um lfd Erträge handelt.

§ 7 S 4 GewStG ist auch iRd § 7 S 2 GewStG zu beachten, dh soweit der VG auf Anteile an Kö iSd § 8b Abs 2 KStG entfällt, ist er nach § 8b Abs 2 iVm Abs 3 S 1 KStG zu 95 % gewstfrei. Hierzu s Kurzinformation der OFD Koblenz v 22.12.2005 (DB 2006, 18). Ebenfalls hierzu s Prinz/Hick (FR 2006, 168, 169). GlA s Herlinghaus (in R/H/N, § 8b KStG Rn 500) und s M Frotscher (in F/D, § 8b KStG Rn 574).

Wegen der Auswirkung iR des § 18 Abs 3 UmwStG,§ 18 UmwStG Tz 60.

 

Tz. 330

Stand: EL 102 – ET: 06/2021

Unterliegt auch der MU der GewSt, kommt auf der Ebene des MU die Kürzung nach § 9 Nr 2 GewStG zur Anwendung. Nach § 9 Nr 2 GewStG ist nur noch der Betrag zu kürzen, der in dem Gewinn des MU, der in den Gewerbeertrag nach § 7 GewStG einfließt, noch enthalten ist. Dies ist immer der Betrag, der nach Anwendung des § 8b KStG bzw des § 3 Nr 40 EStG und § 3c Abs 2 EStG verbleibt. Dies bedeutet ab dem VZ 2004, dass die bei MU-Kö noch im Gewinn enthaltenen pauschalierten nabzb BA iHv 5 % (§ 8b Abs 3 S 1 und Abs 5 S 1 KStG) in dem Kürzungsbetrag nach § 9 Nr 2 GewStG enthalten sind. Ebenfalls hierzu s Goksch/Buge (DStR 2004, 1549). Wegen der Auswirkung des § 8b Abs 4 KStG (StPflicht von Streubesitzdividenden) s Tz 287.

Die §§ 8 Nr 5 sowie § 9 Nr 2a bzw 7 GewStG sind bezüglich der von der Pers-Ges gehaltenen Kap-Beteiligungen nur auf der Ebene der Pers-Ges, nicht hingegen auf der Ebene des MU anzuwenden.

 

Tz. 331

Stand: EL 102 – ET: 06/2021

Vor der Einfügung des § 7 S 4 GewStG durch das EURLUmsG ab dem EHZ 2004 war umstr, ob § 8b Abs 6 S 1 KStG auch bei der Gewerbeertragsermittlung der Pers-Ges zu beachten ist.

Der BFH (s Urt des BFH v 09.08.2006, BStBl II 2007, 279) hat sich gegen die Verw-Auff (s Schr des BMF v 28.04.2003, BStBl I 2003, 292 Rn 57 und 58) der hM angeschlossen, wonach § 8b Abs 6 S 1 KStG auch iRd Gewerbeertragsermittlung einer MU-Schaft zu berücksichtigen ist. Dh Gewinne und Verluste bleiben gewstlich außer Ansatz. Wegen der daraus sich ergebenden praktischen Probleme, s Tz 339. Die BFH-Rspr ist anzuwenden, wobei aus Vertrauensschutzgründen in Verlustfällen (zB Veräußerungsverluste, Tw-Abschr) die bisherige Verw-Auff auf Antrag weiter angewendet werden kann, so dass sich diese Verluste gewstlich auswirken (s Schr des BMF v 21.03.2007, BStBl I 2007, 302 Abschn 1). Dabei ist jedoch zu beachten, dass wenn in einem EHZ Gewinne und Verluste anfallen, diese für die Anwendung der Vertrauensschutzregelung zu saldieren sind, so dass nur der die Gewinne übersteigende Teil der Verluste gewstlich abzb ist. Weiterhin ist zu beachten, dass insoweit als Tw-Abschr auf Grund der Vertrauensschutzregelung gewstlich anerkannt worden sind, ein sich in den folgenden EHZ (auch ab 2004) ergebender Gewinn gewstpfl ist (s § 7 GewStG iVm § 8b Abs 2 S 4 KStG).

Zu der Problematik ebenfalls s Rosenbach (Wpg-Sonderheft 2003, 3, 8), s Herzig (DB 2003, 1459, 1467), s Knebel/Seltenreich (Stbg 2003, 259, 266), s Füger/Rieger (FR 2003, 589, 597), s Reinhardt (BB 2003, 1148, 1153), s Heurung/Möbus (BB 2003, 766, 770), s Frotscher (INF 2003, 457, 462), s Linklaters Oppenhoff & Rädler (DB 2002 Beil Nr 1, 11), s Bechler/Schröder (DB 2002, 2238), s Füger/Rieger (DStR 2002, 933, 936), s Watermeyer (GmbH-StB 2002, 200, 203 und GmbH-StB 2002, 108, 112), s T...

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