Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/... / 2.6 Grenzüberschreitende Spaltung
 

Tz. 47

Stand: EL 91 – ET: 11/2017

Zu der Frage, ob eine Auf- oder Abspaltung innerhalb der EU bzw innerhalb des EWR auch grenzüberschreitend möglich ist, gilt Folgendes (ebenso hierzu s § 1 UmwStG Tz 87): Die FRL, deren Regelungsinhalt die stliche Behandlung der dort genannten grenzüberschreitenden Unternehmensumstrukturierungen betrifft, enthält bereits Aussagen zur Auf- und Abspaltung (s Schindler, IStR 2005, 551, 553). Auch der Wortlaut des § 1 Abs 1 S 1 Nr 1 UmwStG idF des SEStEG umfasst bereits grenzüberschreitende Spaltungsvorgänge innerhalb der EU/des EWR (dazu auch s Tz 16).

Was jedoch derzeit noch fehlt, sind zivilrechtliche Regelungen zur Ermöglichung einer grenzüberschreitenden Auf- oder Abspaltung. So klammert insbes das 2. Ges zur Änd des UmwG v 19.04.2007 (BGBl I 2007, 542; dazu s Mayer/Weiler, DB 2007, 1235 und 1291 und s Wälzholz, GmbH-StB 2007, 148) grenzüberschreitende Spaltungen völlig aus (weiter s Haritz/von Wolff, GmbHR 2006, 340, 344, und Rubner, DK 2006, 835, 843). Hier können sich die Unternehmen derzeit nur auf die Argumentation stützen, die Versagung einer grenzüberschreitenden Spaltung, die nach nationalem Recht zulässig ist, sei ein Verstoß gegen die europäischen Grundfreiheiten.

Für den Fall der grenzüberschreitenden Hereinspaltung einer EU-ausl Kö nach D auf der Grundlage ausl UmwR hat der EuGH (s Urt des EuGH in der RS SEVIC v 13.12.2005, DK 2006, 66), soweit durch den Vermögensübergang inl BV betroffen ist bzw soweit AE der übertragenden Kö in D ansässig sind, die Gewinnneutralität bejaht (dazu auch s Dötsch/Pung, DB 2006, 2804, s Drinhausen/Keinath, BB 2006, 725, 732, und s Klingberg, in PWC, Reform des UmwSt-Rechts, 2007, Rn 1441). Dazu auch s Tz 16.

Ob im Hinblick auf die in D fehlende hr-liche Grundlage auch eine grenzüberschreitende Hinausspaltung von D in das EU- bzw EWR-Ausl möglich ist, ist fraglich. Verneinend, uE zutr, s Frotscher (in F/D, § 15 UmwStG, Rn 52). Bejahend s Schumacher (in R/H/vL, 2. Aufl, § 15 UmwStG, Rn 47, 48, und s Gesell/Krömker, DB 2007, 679). In der Lit wird unter Berufung auf die SEVIC-Entscheidung die Auff vertreten, die derzeitige rein nationale Ausrichtung der zivilrechtlichen Spaltungsvorschriften sei EU-rechtswidrig (s Bungert, BB 2006, 53, 55; Geyrhalter/Weber, DStR 2006, 146, 150; Meilicke/Rabback, GmbHR 2006, 123, 126).

 

Tz. 48

Stand: EL 91 – ET: 11/2017

Zur Gewinnrealisierung führt, weil § 12 Abs 2 KStG nur Verschmelzungen begünstigt (s § 12 KStG Tz 400ff), auch die Spaltung einer in einem Drittstaat ansässigen Kö nach dortigem Umwandlungsrecht bezüglich einer in D belegenen BetrSt (dazu auch s Tz 15).

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