Im Blickpunkt

 
Der Deutsche Steuerberaterverband e. V. (DStV) hat zum vom BMF veröffentlichten Entwurf eines BMF-Schreibens zur "Anwendung des § 8c KStG unter Berücksichtigung der Konzernklausel in der Fassung des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes und der Stille-Reserven-Klausel in der Fassung des Jahressteuergesetzes 2010" Stellung genommen. Wie bereits Adrian/Weiler in BB 2014, 1303 (Heft 22), die sich ausführlich mit dem Entwurf des BMF auseinandersetzen, sieht der DStV kritisch, dass die Finanzverwaltung mit dieser Verwaltungsanweisung nicht die vollständige BFH-Rechtsprechung zum Verlustabzugsverbot bei einem unterjährigen schädlichen Beteiligungserwerb umsetzt. Die Finanzverwaltung spricht sich für eine Saldierung von entstandenen Gewinnen bis zum Stichtag des schädlichen Beteiligungserwerbes mit Verlusten, die nach diesem Stichtag entstanden sind, aus. Dies ist dem BFH-Urteil jedoch so nicht zu entnehmen. Insofern fordert auch der DStV eine Korrektur im endgültigen BMF-Schreiben. Auch wird kritisiert, dass die Ermittlung des bis zum unterjährigen schädlichen Beteiligungserwerb erzielten Ergebnisses nach wirtschaftlichen Kriterien erfolgen soll. Dies soll vornehmlich durch die Aufstellung eines Zwischenabschlusses auf den Stichtag des schädlichen Beteiligungserwerbs erfolgen und stellt für die Steuerpflichtigen eine Verschärfung der bisherigen Sichtweise der Verwaltung dar. Das bisher gültige BMF-Schreiben sieht hier grundsätzlich noch eine zeitanteilige Aufteilung vor. Gegenüber der zeitanteiligen Aufteilung führt die Aufteilung nach wirtschaftlichen Kriterien zu erheblichen Mehrkosten. Aus diesem Grund plädiert der DStV – ebenso wie Adrian/Weiler (a. a. O.) – dafür, dass die zeitanteilige Aufrechnung weiterhin genutzt werden darf. Die Stellungnahme des DStV ist abrufbar unter www.dstv.de.

Markus van Ghemen, Ressortleiter Steuerrecht

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