Ermittlung der ortsüblichen Marktmiete i.S.d. § 21 Abs. 2 EStG Der BFH hat entschieden, dass die ortsübliche Marktmiete gem. § 21 Abs. 2 EStG grundsätzlich auf der Basis des Mietspiegels zu bestimmen ist. Wenn allerdings ein solcher nicht zugrunde gelegt werden kann oder nicht vorhanden ist, kann die ortsübliche Marktmiete z.B. mit Hilfe eines mit Gründen versehenen Gutachtens eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen i.S.d. § 558a Abs. 2 Nr. 3 BGB, durch die Auskunft aus einer Mietdatenbank i.S.d. § 558a Abs. 2 Nr. 2 BGB i.V.m. § 558e BGB oder unter Zugrundelegung der Entgelte für zumindest drei vergleichbare Wohnungen i.S.d. § 558a Abs. 2 Nr. 4 BGB ermittelt werden. Dabei ist jeder dieser Ermittlungswege grundsätzlich gleichrangig. Der BFH hält somit ausdrücklich an anderslautender Rechtsprechung nicht mehr fest, wonach statt des Mietspiegels auf den Mietzins für vergleichbaren Wohnraum im selben Vermietungsobjekt abgestellt werden kann (BFH v. 19.9.2008 – IX B 102/08, BFH/NV 2009, 146) (BFH v. 22.2.2021 – IX R 7/20). EStB 2021, 238
Im Rahmen eines Prozessvergleichs erfolgte Rückabwicklung des Erwerbs vermieteter Schrottimmobilien Verzichtet eine Bank zur Beilegung eines Rechtsstreits teilweise auf ein Darlehen für eine vom Stpfl. zur Vermietung bestimmte Schrottimmobilie und tilgt die Bank mit dem Verzicht auch im Wege der Aufrechnung keine (behaupteten) Schadensersatzansprüche des Stpfl., führt der Verzicht weder zum steuererhöhenden WK-Rückfluss gezahlter Zinsaufwendungen noch zu einer Minderung der AK der Immobilie noch zu sonstigen Einkünften i.S.d. § 22 Nr. 3 EStG (BFH v. 10.11.2020 – IX R 32/19). EStB 2021, 152
Kaufpreisaufteilung bei Erwerb einer vermieteten Eigentumswohnung Die Arbeitshilfe des BMF zur Aufteilung eines Kaufpreises auf Grund und Boden sowie Gebäude gewährleistet nicht die von der Rechtsprechung geforderte Aufteilung nach den realen Verkehrswerten von Grund und Boden sowie Gebäude im Hinblick auf die Verengung der zur Verfügung stehenden Bewertungsverfahren auf das vereinfachte Sachwertverfahren und die Nichtberücksichtigung eines sog. Orts- oder Regionalisierungsfaktors bei der Ermittlung des Gebäudewerts (BFH v. 21.7.2020 – IX R 26/19). EStB 2021, 17
Abzug des beim Tod des Steuerpflichtigen noch nicht berücksichtigten Teils der Erhaltungsaufwendungen i.S.d. § 82b EStDV Verstirbt der Steuerpflichtige vor Ablauf des Verteilungszeitraums nach § 82b EStDV, ist der noch nicht berücksichtigte Teil der Erhaltungsaufwendungen im Veranlagungsjahr des Versterbens als WK im Rahmen seiner Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung abzusetzen (BFH v. 10.11.2020 – IX R 31/19). EStB 2021, 195

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