Die Revision ist beim BFH anhängig (Az. I R 40/18). Vermutlich wird sich das Verfahren aber erledigen, da nach der Abschaffung des quotalen Verlustuntergangs nach § 8c Abs. 1 Satz 1 KStG durch das UStAVermG[28] kein schädlicher Erwerb mehr vorliegt, da nicht mehr als 50 % (sondern genau 50 %) der Anteile erworben wurden.

Auf die Rechtsprechung des FG Thüringen sollte nicht vertraut werden.[29] Die Finanzverwaltung hat sich zu dieser Frage bisher noch nicht in einem BMF-Schreiben geäußert. Ein Anwendungsschreiben zu § 8d KStG steht bislang noch aus.

Beachten Sie: Bei Anteilserwerben, die zu einem schädlichen Erwerb nach § 8c KStG führen, sollte vor Abgabe der Körperschaftsteuererklärung für diesen Veranlagungszeitraum sorgfältig geprüft werden, ob ein Antrag nach § 8d KStG gestellt wird. Abzuraten ist von einer generellen Antragstellung in der Steuererklärung, um der Form- bzw. Fristenproblematik auszuweichen.[30] Denn es ist bisher (ebenfalls) ungeklärt, ob eine Rücknahme bzw. ein Widerruf des Antrags zulässig ist.[31]

[28] Vgl. Fn. 5.
[29] Dagegen sind Suchanek/Rüsch, GmbHR 2019, 33 (37) optimistisch, dass andere FG der Auffassung folgen werden und sehen den Gerichtsbeschluss als Ermutigung für betroffene Steuerpflichtige, zu klagen.
[30] Nach Olbing in Streck, KStG, 9. Aufl. 2018, 8d KStG Rz. 23, sollte "immer überlegt werden, ob vorsorglich" ein Antrag gestellt werden sollte.
[31] Zwar ist der Antrag nicht ausdrücklich "unwiderruflich" (wie z.B. beim "Blockwahlrecht" nach § 34 Abs. 7 Satz 8 Nr. 2 Satz 1 KStG i.d.F. Korb-II-Gesetzes v. 22.12.2003, BGBl. I 2003, 2840, der nach FG München v. 16.7.2018 – 7 K 2547/17, EFG 2018, 1751 [Rev. BFH I R 23/18] nicht zurückgenommen werden kann). Gleichwohl ist eine Rücknahme m.E. unzulässig, vgl. dazu Herkens, GmbHR 2018, 405 (408, 409); a.A. Heerdt, DStR 2018, 653 (656) und DStR 2019, 198 (200).

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