[Ohne Titel]

RD a.D. Michael Marfels, Nordkirchen

Viele als gemeinnützig anerkannte Körperschaften (in der Regel handelt es sich um Vereine) werden finanziell oder mit Sachleistungen durch Unternehmer = Sponsoren unterstützt. Dieser Beitrag erörtert die ertragsteuerliche Behandlung dieser Unterstützungsleistungen sowohl für die durch den Sponsor geförderten Vereine als auch für den Sponsor selbst. Hintergrund dieser Betrachtung ist, dass gemeinnützig i.S.d. §§ 52 ff. AO tätige Körperschaften (im Folgenden nur noch als "Verein" bezeichnet) gem. § 5 Abs. 1 Nr. 9 S. 1 KStG von der KSt-Pflicht befreit sind. Diese Befreiung gilt aber nach S. 2 nicht, soweit dieser Verein einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb i.S.d. § 14 AO unterhält, also selbständig, nachhaltig mit Einnahmeerzielungsabsicht über den Bereich der Vermögensverwaltung hinausgehend tätig ist, auch wenn keine Gewinnerzielungsabsicht besteht.

Es wird im Folgenden dargestellt, unter welchen Voraussetzungen der unterstützte Verein mit der Sponsorenleistung steuerfreie Einnahmen aus der Vermögensverwaltung bzw. als Spenden oder im Rahmen eines steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs erhält.

Für den Sponsor ergibt sich die Frage, ob seine Leistungen als Betriebsausgaben oder als Spenden zu berücksichtigen sind oder private Lebensführungskosten bzw. bei sponsernden Kapitalgesellschaften verdeckte Gewinnausschüttungen darstellen.

1. Das Wesen des Sponsoring

Gemäß AEAO zu § 64 Abs. 1 Nr. 7 gewährt beim Sponsoring ein Unternehmen Geld oder geldwerte Vorteile zur Förderung von Personen, Gruppen und/oder Organisationen in sportlichen, kulturellen, kirchlichen, wissenschaftlichen, sozialen, ökologischen oder ähnlich bedeutsamen gesellschaftspolitischen Bereichen, um damit auch eigene unternehmensbezogene Ziele der Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit zu verfolgen. Der Sponsor erwartet für seine nach außen hin dokumentierte finanzielle oder sachliche Förderung die mit dem Geförderten jeweils vereinbarten (kommunikativen) Gegenleistungen zu seinem wirtschaftlichen Vorteil in Form von Werbeeffekten und/oder Gewinn an Bekanntheitsgrad (Sponsoring-Vertrag). Er möchte vom Ruhm und Ruf des Gesponserten profitieren (Image-Transfer, z.B. Medienauftritt mit Sportmannschaft oder mit Museumsleiter). Mit dem Sponsoring werden Bevölkerungskreise angesprochen, die mit herkömmlicher Werbung nicht erreicht werden. Allerdings lässt sich der wirtschaftliche Erfolg von Sponsoring kaum messen.

Der Sponsor erbringt seine Leistungen durch einmalige, laufende oder regelmäßige Geldzahlungen oder Sachleistungen (z.B. Sportausstattung, Verpflegung bei Veranstaltungen, Druck von Einladungen, etc.) an den begünstigten Verein.

Jedoch liegt beim Sponsoring mangels Gleichwertigkeit von Leistung und Gegenleistung kein echter Leistungsaustausch vor. Vielmehr möchte der Sponsor den begünstigten Verein fördern, wenn auch nicht voll altruistisch, da er von diesem eine gewisse Gegenleistung erwartet. Ein gegenseitiger, auf Leistungsaustausch gerichteter Vertrag liegt jedoch vor, wenn der Gesponserte als Werbeträger für den Sponsor auftritt.

Ein Unternehmer kann in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens als Sponsor auftreten, z.B.:

  • Sport-Sponsoring zugunsten von Sportvereinen oder -verbänden, Sportlern, Mannschaften, nationalen und internationalen Wettbewerben: Geldzahlungen aufgrund von Ausrüstungs- und Lizenzverträgen, im Gegenzug Nutzung des Stadions oder einer Sportveranstaltung in Form von Trikot‐, Banden- oder Sportgerätewerbung
  • Kunst- und Kultur-Sponsoring zugunsten von Museen, Theatern, Orchestern, Künstlern, Film‐, Fernseh- und Radioproduktionen, jeweils unter Nennung des Sponsors bzw. dessen Firmenlogos. Hierbei wird nur selten Produktwerbung betrieben (z.B. Hersteller von Malereibedarf oder Verleger von Kunstbüchern ist Sponsor einer Kunstausstellung). Im Regelfall wird das Sponsoring zur Imagepflege und Kontaktaufnahme, – pflege zu interessierten Kundenkreisen bzw. zur Steigerung des Bekanntheitsgrades eingesetzt.
  • Sozio- und Ökosponsoring oder Wissenschaftssponsoring erfolgt zugunsten entsprechender gemeinnütziger Tätigkeiten in Schulen, Universitäten, Kindergärten, Behinderteneinrichtungen, Umwelt- und Naturschutzverbänden etc., um zur Imageförderung das gesellschaftliche Engagement nach außen zu bekunden
  • Namenssponsoring durch Benennung von Sportstätten oder Kulturräumen nach dem Firmennamen des Sponsors

Der Sponsor erbringt seinen Einsatz häufig durch Geldüberweisungen, Anschaffung von Sportkleidung (i.d.R. mit Firmenlogo), Druck von Programmheften, Plakaten, Catering, Auslobung von Preisgeldern, Anschaffung eines Vereinsfahrzeugs, Ankauf von Tickets für Arbeitnehmer und Kunden, etc. Die Gegenleistung des Vereins besteht dann i.d.R. darin, dass er dem Sponsor die Verwendung seines Firmennamens auf Trikots, Banden in Sportstätten, Eintrittskarten, Veranstaltungshinweisen, Programmheften, bei Lautsprecheransagen, bei der Werbung auf Vereinsfahrzeugen etc. gestattet oder ihn z.B. als offiziellen "Ausrüster" bezeichne...

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