Auch in der Finanzkrise 2008 war die Vorwarnzeit kurz, sehr kurz. Quasi über Nacht brachen die Umsätze ein, Lieferanten fielen aus und die Banken stellten Kredite fällig oder verlangten neue Sicherheiten. Geschäftsführer von großen und mittelständischen Unternehmen sahen sich mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, um durch diese Krise zu steuern. Es ging um

  • das Einziehen von Außenständen,
  • den Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen,
  • eine Reduzierung der Personalkosten,
  • die Verlängerung von Zahlungszielen und Preisverhandlungen mit Lieferanten und Vermietern,
  • eine Anpassung von Produktionskapazitäten und Lieferketten,
  • die Neuverhandlung bestehender Kreditverträge und die Stundung von Zinszahlungen,
  • eine Entschuldung der Passivseite durch Forderungsverzichte von Gesellschafts- und Drittgläubigern,
  • die Bereitstellung von neuem Kapital durch Investoren oder die Abstimmung von Sanierungsmaßnahmen mit Finanzbehörden und Gemeinden.

Geschäftsmodelle wurden komplett überdacht, um das Unternehmen auf eine neue, gesunde Grundlage zu stellen. Mut, Risikobereitschaft und sofortiges Handeln zahlten sich damals aus. Auf diese Weise überstanden viele Unternehmen die Finanzkrise vor gut einem Jahrzehnt und konnten anschließend kräftig expandieren.

Derzeit steht die Wirtschaft erneut vor einer immensen Herausforderung. Auslöser der Krise sind diesmal keine ungesicherten Kredite und außer Kontrolle geratene Finanzmärkte, sondern ein gefährliches Virus, welches das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben weltweit massiv beeinträchtigt. Die Folgen für die Unternehmen sind möglicherweise noch einschneidender, dauerhafter und bedrohlicher als in der Finanzkrise vor gut einem Jahrzehnt.

Die Regierungen handeln schnell, um den betroffenen Unternehmen zur Seite zu stehen. Trotzdem sind die Folgen für das gesamte Wirtschaftssystem noch nicht absehbar. Niemand weiß, wie lange das Corona-Virus die Welt noch in den Krisenmodus versetzt, wann ein wirksamer Schutz gefunden wird, wie sich die Beeinträchtigungen der Lieferketten auswirken, welche Lieferanten und Kunden auf der Strecke bleiben und ob Finanzierungen halten. Unternehmen müssen sich deshalb kurz-, mittel- und langfristig wappnen, um die Krise zu überstehen.

Für Unternehmen gibt es eine Reihe von steuerlichen und rechtlichen Aspekten und Optionen, die in Krisenzeiten von großer Bedeutung sind. In diesem Beitrag möchten wir einen Überblick über Handlungsmöglichkeit zur schnellen Verbesserung der Liquidität, zur nachhaltigen Entschuldung und zu konzerninternen Maßnahmen wie Verrechnungspreisgestaltungen geben.

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