Corona-Krise: Steuerliche H... / 2.5 Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrags

Für die Veranlagungszeiträume 2020 und 2021 erhöht sich der steuerliche Verlustrücktrag[31] nach § 10d Abs. 1 Satz 1 EStG von grundsätzlich 1 Mio. EUR bzw. 2 Mio. EUR bei Zusammenveranlagung auf 10 Mio. EUR bzw. 20 Mio. EUR, wobei der Rückwirkungszeitraum unverändert auf ein Jahr begrenzt bleibt. Genutzt werden kann der Verlustrücktrag bereits in der Steuererklärung 2019, was steuertechnisch durch ein 2-stufiges Verfahren umgesetzt wird. Im ersten Schritt kann der Verlustrücktrag nach § 110 Abs. 1 Satz 1 EStG auf Antrag durch eine nachträgliche Herabsetzung der Steuervorauszahlungen für den Veranlagungszeitraum 2019 genutzt werden, indem der der Bemessung zugrunde gelegte Gesamtbetrag der Einkünfte (ohne Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit) pauschal um 30 %,[32] maximal jedoch um den erweiterten Verlustrücktrag, gemindert wird. Voraussetzung für die Minderung ist, dass die Vorauszahlungen für 2020 auf 0 EUR gesetzt wurden.[33]

Im zweiten Schritt kann nach § 111 Abs. 1 EStG auf Antrag ein vorläufiger Verlustrücktrag für 2020 i. H. v. 30 % des zugrunde gelegten Gesamtbetrags der Einkünfte (ohne Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit), ebenfalls begrenzt auf den erweiterten Verlustrücktrag, geltend gemacht werden.[34] Sollte die Herabsetzung der Vorauszahlungen für den Veranlagungszeitraum 2019 aufgrund eines erwarteten Verlustrücktrags für 2020 zu einer Nachzahlung für 2019 führen, so kann dieser Betrag auf Antrag nach § 111 Abs. 4 EStG zinslos gestundet werden.

Hinsichtlich eines eventuellen gewerbesteuerlichen Verlustes ist in § 10a Abs. 1 GewStG derzeit keine Möglichkeit für einen Verlustrücktrag vorgesehen.

[30] Vgl. Zweites Corona-Steuerhilfegesetz v. 29.6.2020, BGBl 2020 I S. 1512; Drittes Corona-Steuerhilfegesetz v. 10.3.2021, BGBl 2021 I S. 330.
[31] Vgl. Kußmaul, Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, 8. Aufl. 2020, S. 231 f.
[32] Die Minderung eines höheren Betrags ist nach § 110 Abs. 2 EStG möglich, wenn der Steuerpflichtige den voraussichtlichen Verlustrücktrag nachweisen kann.
[33] Die Herabsetzung der Vorauszahlungen für 2020 ergibt sich aus dem BMF, Schreiben v. 19.3.2020, IV A 3 -S 0336/19/10007 :002, BStBl 2020 I S. 262.
[34] Auch hier ist Voraussetzung für die Nutzung, dass die Vorauszahlungen entsprechend dem BMF, Schreiben v. 19.3.2020, IV A 3 -S 0336/19/10007 :002, BStBl 2020 I S. 262 auf 0 EUR herabgesetzt wurden. Der Nachweis eines höheren voraussichtlichen Verlustrücktrags ist ebenfalls möglich.

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