1 Allgemein

 

Rz. 242

 
Wichtig

Wer die Anlage EÜR abgeben muss

Die Anlage EÜR müssen Sie in folgendem Fall ausfüllen:

  • Sie gehören zu denjenigen Unternehmern, die nicht bilanzieren, und
  • Ihre Betriebseinnahmen betragen einschließlich Umsatzsteuer mindestens 17.500 EUR.

Für jeden Betrieb ist eine separate Einnahme-Überschuss-Rechnung zu erstellen.

Die Anlage EÜR ist nach § 60 Abs. 4 EStDV zwingend elektronisch an die Finanzverwaltung zu übermitteln.

Bei Personengesellschaften (z. B. GbR oder KG) ist die Anlage EÜR für den gesamthänderischen Bereich elektronisch zu übermitteln. Daneben sind für jeden Beteiligten, für den entsprechende Angaben erforderlich sind, die Sonder- und Ergänzungsrechnungen für Personengesellschaften (Ermittlungen der Sonderbetriebseinnahmen – Anlage SE – und Sonderbetriebsausgaben sowie die Ergänzungsrechnungen – Anlage ER) und die Schuldzinsenermittlungen nach § 4 Abs. 4a EStG zusätzlich gesondert einzureichen. Auch hier muss die Übermittlung elektronisch erfolgen.

[Überblick]

 
Im Bedarfsfall ausfüllen
Seite 1

Betriebseinnahmen (Zeilen 11–22)

Hier sind die Betriebseinnahmen einzutragen, die im Wirtschaftsjahr zugeflossen sind. Beachten Sie die Besonderheiten bei der Umsatzsteuer und bei Entnahmen aus dem Betriebsvermögen.
Seiten 1, 2

Betriebsausgaben (Zeilen 23–65)

Hier tragen Sie alle Betriebsausgaben ein, die den Gewinn des Wirtschaftsjahres mindern.
Seite 3

Ermittlung des Gewinns (Zeilen 71–84)

In diese Zeilen müssen Sie Beträge eintragen, die zwar nicht als Betriebseinnahmen oder -ausgaben angesehen werden, aber doch Auswirkungen auf den Gewinn haben.

Ergänzende Angaben (Zeilen 86–95)

Rücklagen und stille Reserven (Zeilen 86–89)

Hier tragen Sie gewinnmindernde Rücklagen nach § 6b EStG, Ersatzbeschaffungen und Ausgleichsposten nach § 4g EStG ein.

Rückgängigmachung von Investitionsabzugsbeträgen (Zeilen 90–93)

Entnahmen und Einlagen (Zeilen 94–95)

Falls Sie Einlagen oder Entnahmen getätigt haben, führen Sie diese hier auf. Dazu gehören neben Wirtschaftsgütern und Leistungen, die Sie privat in Anspruch genommen haben, auch Geldentnahmen und -einlagen.
Anlagen Anlageverzeichnis/Ausweis des Umlaufvermögens, Ermittlung der nicht abziehbaren Schuldzinsen (→ Tz 272, → Tz 1104 ff.)

2 Notwendige Unterlagen

 

Rz. 243

[Allgemeine Kurzinformation]

Unternehmer, die nicht bilanzieren, müssen den amtlich vorgeschriebenen Vordruck "Einnahme-Überschuss-Rechnung – EÜR (Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG)" zusammen mit ihrer Einkommensteuererklärung einreichen.

3 Betriebseinnahmen

 

Rz. 244

[Betriebseinnahmen → Zeilen 11–15]

In den Zeilen 11–15 sind die Betriebseinnahmen einzutragen. Diese sind grundsätzlich im Wirtschaftsjahr des Zuflusses zu erfassen.

 
Wichtig

Dividenden müssen in voller Höhe eingetragen werden

Dividenden, die unter das Teileinkünfteverfahren fallen, sind zwar nur zu 60 % steuerpflichtig, da 40 % nicht als Gewinn erfasst werden (§ 3 Nr. 40 EStG) (→ Tz 705 ff.).

In die Beträge der Zeilen 14 und 15 sind sie allerdings in voller Höhe einzubeziehen. Eine Korrektur erfolgt in Zeile 81. Auf die Erläuterungen zu Zeile 81 wird verwiesen.

 

Rz. 245

[Umsatzsteuer → Zeilen 16, 17]

Die vereinnahmten Umsatzsteuerbeträge auf die Betriebseinnahmen der Zeilen 14 und 18 gehören zum Zeitpunkt ihrer Vereinnahmung, die Umsatzsteuer auf unentgeltliche Wertabgaben der Zeilen 19 und 20 dagegen zum Zeitpunkt ihrer Entstehung zu den Betriebseinnahmen und sind in Zeile 16 einzutragen.

Hat das Finanzamt Ihnen Umsatzsteuer erstattet, gehört der Betrag in Zeile 17. Die erstatteten steuerlichen Nebenleistungen, wie z. B. ein Verspätungs- oder Säumniszuschlag, sind aber in Zeile 15, bei Kleinunternehmern in den Zeilen 11 und 12 zu erfassen.

 

Rz. 246

[Veräußerung oder Entnahme von Anlagevermögen → Zeile 18]

Haben Sie im Gewinnermittlungszeitraum Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (z. B. Maschinen, Kfz) veräußert oder entnommen, ist der Erlös bzw. der Entnahmewert ohne Umsatzsteuer in Zeile 18 einzutragen.

 

Rz. 247

[Entnahmen → Zeilen 19, 20]

In den Zeilen 19 und 20 sind die übrigen privaten Vorgänge ohne Umsatzsteuer zu erfassen (Entnahmen). Die entsprechende Umsatzsteuer gehört in Zeile 16.

 

Rz. 248

[Rücklagenauflösung, Rücklagenbildung → Zeile 21]

In den ergänzenden Angaben (Zeilen 86–89) berechnen Sie den Gewinn aus der Auflösung von Rücklagen und Ausgleichsposten. Übertragen Sie den Betrag in Zeile 21.

4 Betriebsausgaben

 

Rz. 249

[Betriebsausgabenpauschale → Zeile 23]

In den folgenden Zeilen 23–65 sind alle Betriebsausgaben aufzuschlüsseln. Diese sind grundsätzlich im Wirtschaftsjahr des Abflusses zu erfassen.

Bestimmte Berufsgruppen können den Betriebsausgabenabzug pauschalieren, d. h. sie ziehen einen bestimmten Prozentsatz ihrer Einnahmen als Betriebsausgaben ab. Eine weitergehende Berücksichtigung von einzelnen Kosten ist nicht mehr möglich.

Ist der pauschale Betriebsausgabenabzug für Sie günstiger, tragen Sie in Zeile 23 diesen Betrag ein. Damit ist für Sie der Teil "Betriebsausgaben" erledigt und Sie können zu Zeile 58 springen.

Gleiches gilt, wenn Sie den Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG für bestimmte nebenberufliche ...

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