Rz. 73

 
Wichtig

Anlage AV bei Riester-Versicherung

Die Anlage AV benötigen Sie, um für Altersvorsorgebeiträge (= Beiträge zu Riester-Rentenversicherungen) einen zusätzlichen Sonderausgabenabzug zu beantragen.

Zusammen veranlagte Ehegatten geben jeweils eine Anlage AV ab, wenn jeder Ehegatte einen Altersvorsorgevertrag abgeschlossen hat.

[Überblick]

 
Im Bedarfsfall ausfüllen
Seite 1

Altersvorsorgebeiträge (Zeilen 4–19)

Einzutragen sind im Wesentlichen die Vorjahreseinkünfte und ob Sie eine unmittelbar (Zeile 9) oder mittelbar (Zeile 19) begünstigte Person sind.

Angabe zu Kindern (Zeilen 20–23)

Aus den Angaben wird die Kinderzulage berechnet.

Altersvorsorgebeiträge (Riester-Rentenversicherungsbeiträge)

 

Rz. 74

[Sonderausgabenabzug → Zeilen 4–8]

Haben Sie Beiträge zu einem anerkannten (zertifizierten) Riester-Vertrag geleistet, können Sie die Versicherungsgesellschaft bevollmächtigen, eine Altersvorsorgezulage (Grundzulage und ggf. Kinderzulage) für Sie zu beantragen. Wenn Sie für die eingezahlten Beiträge und die gewährte Zulage (darüber hinaus) den Sonderausgabenabzug prüfen lassen wollen, müssen Sie die Anlage AV ausfüllen. Während Sie nur für bis zu zwei Verträge eine Zulage erhalten können, ist der Sonderausgabenabzug für alle Verträge möglich. Dazu müssen Sie Ihrem Versicherungsanbieter erlauben, die Daten elektronisch an die Finanzverwaltung zu übermitteln. Das Finanzamt prüft dann, ob ein Sonderausgabenabzug für Sie zu einem günstigeren Ergebnis führt als die Zulage allein. Ist das der Fall, wird eine zusätzliche Steuerminderung durch den Sonderausgabenabzug berücksichtigt und im Steuerbescheid gesondert ausgewiesen.

Begünstigt sind sowohl die eingezahlten Beiträge als auch die gewährte Altersvorsorgezulage (Zeile 7) (→ Tz 487).

Wegen des elektronischen Datenabgleichs ist es wichtig, in Zeile 8 anzugeben, wenn sich Vertragsdaten gegenüber dem Vorjahr geändert haben.

Der Verzicht auf den Sonderausgabenabzug ergibt nur Sinn, wenn Sie keine Altersvorsorgezulage bekommen wollen oder können. Der Vorteil des Verzichts auf jegliche staatliche Förderung besteht darin, dass die spätere Rente nicht in voller Höhe, sondern nur teilweise (mit dem Ertragsanteil) steuerpflichtig ist.

 
Praxis-Tipp

Zulage und Sonderausgabenabzug immer geltend machen

Nehmen Sie soweit wie möglich für die Beiträge die gesamte staatliche Förderung, also Zulage und Sonderausgabenabzug, in Anspruch. Die später aus der Rente zu zahlende Steuer wird den finanziellen (Steuer-)Vorteil bis zur Rentenauszahlung im Regelfall nicht erreichen.

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