Streitig ist, ob Fremdwährungsverluste aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen eine ausländische Tochtergesellschaft gem. § 8b Abs. 3 S. 4–7 KStG dem Gewinn außerbilanziell hinzuzurechnen sind.

Wirtschaftlich vergleichbar: Die Überlassung von Liquidität durch das Unterlassen der Geltendmachung ("Stehenlassen") einer fälligen Forderung des Gesellschafters aus Lieferungen und Leistungen ist mit der Überlassung von Liquidität in Form eines Gesellschafterdarlehens wirtschaftlich vergleichbar, wenn sie als Dauerrechtsverhältnis ausgestaltet und deswegen auf eine gewisse – übliche Zahlungsziele überschreitende – Mindestlaufzeit angelegt ist.

Im Rahmen der Auslegung des § 8b Abs. 3 S. 7 KStG kann nicht auf die in der Rechtsprechung zur Abgrenzung sog. laufender Verbindlichkeiten von Dauerschulden i.S.d. § 8 Nr. 1 GewStG a.F. entwickelten Kriterien zurückgegriffen werden, dass die Vergleichbarkeit mit einer Darlehensgewährung erst bei einer Dauer der Kapitalüberlassung von mindestens einem Jahr anzunehmen wäre.

Entsteht eine Gewinnminderung bei Fremdwährungsdarlehen nur in Folge von Wechselkursänderungen und entspricht die Darlehensgewährung dem Fremdüblichen, ist insoweit der Drittvergleich i.S.d. § 8b Abs. 3 S. 4 KStG als erbracht anzusehen. Nachzuweisen ist insoweit, dass fremde Dritte der ausländischen Tochterkapitalgesellschaft (unverzinsliche) Darlehen gewährt bzw. bei Aufrechterhaltung der Lieferbeziehung auf Beitreibungsmaßnahmen fälliger, in Landeswährung fakturierter Forderungen verzichtet haben.

Auch Währungsverluste gehören zu den Gewinnminderungen i.S.d. § 8b Abs. 3 S. 4-7 KStG.

FG Baden-Württemberg v. 24.9.2020 – 3 K 1486/19, Rev. eingelegt, Az. des BFH: I R 41/20

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