Nach § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 lit. a EStG unterliegt der Gewinn aus Termingeschäften, durch die der Steuerpflichtige einen Differenzausgleich oder einen durch den Wert einer veränderlichen Bezugsgröße bestimmten Geldbetrag oder Vorteil erlangt, der Einkommensteuer i.R.d. Einkünfte aus Kapitalvermögen. Mit Urteil vom 24.10.2017 hat der BFH entschieden, dass ein auf Differenzausgleich gerichtetes Devisentermingeschäft auch vorliegen kann, wenn das Gegengeschäft dem Eröffnungsgeschäft nachfolgt (BFH v. 24.10.2017 – VIII R 35/15, BStBl. II 2018, 189 = ErbStB 2018, 112 m. Komm. Günther).

Jedoch müssen beide Geschäfte derart miteinander verknüpft sein, dass der auf die Realisierung einer positiven oder negativen Differenz aus Eröffnungs- und Gegengeschäft gerichtete Wille der Vertragsbeteiligten ersichtlich ist. Es genügt nicht, dass dem Eröffnungsgeschäft tatsächlich ein Gegengeschäft lediglich nachfolgt, das dessen Erfüllung dient. Mit der Änderung der Rz. 38 wurde die BFH-Rspr. in das Anwendungsschreiben übernommen. Zur Frage, wie die innere Verknüpfung von Eröffnungs- und Gegengeschäft hergeleitet werden kann, wird auf den sog. Closingvermerk bei Ordererteilung abgestellt. Der BFH hatte in dem o.g. Urteil den Nachweis der inneren Verknüpfung offengelassen. Darüber hinaus ist ein auf Differenzausgleich gerichtetes Devisentermingeschäft auch dann anzunehmen, wenn die Vertragsbeteiligten ausdrücklich oder stillschweigend vereinbaren, dass keine effektive Lieferung, sondern ein Differenzausgleich erfolgen soll.

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