Das Wahlrecht auf Anwendung der tariflichen Einkommensteuer (Ausschluss der Abgeltungsteuer) für Kapitalerträge i.S.d. § 20 Abs. 1 Nr. 1 und 2 EStG kann im Fall des § 32d Abs. 2 Nr. 3 lit. b EStG (Beteiligung von mind. 1 %, aber weniger als 25 %) nur bei beruflicher Betätigung für die Kapitalgesellschaft ausgeübt werden. Seit VZ 2017 ist zudem Voraussetzung, dass der Steuerpflichtige durch eine berufliche Tätigkeit für diese Kapitalgesellschaft maßgeblichen unternehmerischen Einfluss auf deren wirtschaftliche Tätigkeit nehmen kann.

Unter den Begriff der beruflichen Tätigkeit fallen sowohl selbständig als auch nichtselbständig ausgeübte Tätigkeiten. Ob es sich bei der beruflichen Tätigkeit um eine gewerbliche, freiberufliche oder um eine andere unter die Gewinneinkünfte fallende Tätigkeit handelt, ist unerheblich. Unter Hinweis auf das BFH-Urt. v. 27.3.2018 wurde der Hinweis in die Rz. 138 aufgenommen, dass die erforderliche berufliche Tätigkeit für eine Kapitalgesellschaft nicht voraussetzt, dass der Gesellschafter unmittelbar für diejenige Kapitalgesellschaft tätig wird, für deren Kapitalerträge er den Antrag zur tariflichen Einkommensteuer stellt (BFH v. 27.3.2018 – VIII R 1/15, BStBl. II 2019, 56). Bei besonderen Umständen können auch Tätigkeiten auf Ebene einer anderen Kapitalgesellschaft als berufliche Tätigkeit für diejenige Kapitalgesellschaft zu qualifizieren sein, für deren Kapitalerträge der Antrag gestellt wird.

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