Jahreswechsel 2020/2021: Lo... / 6.1 Erhöhung der Entfernungspauschale

Für die Jahre 2021 bis 2023 erfolgt eine Erhöhung der Entfernungspauschale ab dem 21. Kilometer um 5 Cent auf 0,35 EUR je Entfernungskilometer.[1] Die befristete Anhebung wird entsprechend auf Familienheimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung übertragen. Für die ersten 20 Kilometer der Fahrtstrecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte bleibt die Pauschale unverändert bei 0,30 EUR pro Entfernungskilometer.

Arbeitgeberzuschüsse für die Pkw-Nutzung können bis zur Höhe der neuen Entfernungspauschale mit 15 % Pauschalsteuer belegt werden.

 
Praxis-Beispiel

Praxis-Beispiel

Zuschuss für Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte

Eine Mitarbeiterin wohnt 36 km von der ersten Tätigkeitsstätte entfernt und sucht diese aufgrund teilweiser Tätigkeit im Homeoffice im Jahr 2021 an 150 Tagen mit ihrem eigenen Kfz auf.

Ergebnis: Durch die Erhöhung der Entfernungspauschale ab dem 21. Kilometer ergibt sich ein erhöhter Arbeitgeberzuschuss:

 
150 Arbeitstage × 20 Kilometer × 0,30 EUR 900 EUR
150 Arbeitstage × 16 Kilometer × 0,35 EUR +  840 EUR
Gesamt 1 740 EUR

Der Fahrtenkostenzuschuss i. H. v. 1 740 EUR kann im Jahr 2021 max. bis zu dieser Höhe mit 15 % pauschaliert werden.

Alternativ bleibt die Gewährung eines steuerfreien Jobtickets möglich. Beides gilt nur, wenn die Vorteile zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn überlassen werden.

Die (erhöhte) Pauschalierung ist auch bei der Dienstwagengestellung möglich.

 
Praxis-Beispiel

Praxis-Beispiel

Dienstwagenpauschalierung

Der Arbeitgeber stellt einem leitenden Mitarbeiter einen Dienstwagen mit einem Listenpreis von 40 000 EUR für die Privatnutzung sowie für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte zur Verfügung. Der Mitarbeiter wohnt 35 km vom Betrieb entfernt. Die Privatnutzung des Dienstwagens wird bereits seit Jahren nach der 1-%-Regelung versteuert (400 EUR monatlich).

Ergebnis: Für die Nutzung des Dienstwagens für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ergibt sich bei Inanspruchnahme der Pauschalierungsmöglichkeiten folgende Lösung:

 
Geldwerter Vorteil Fahrten Wohnung – erste Tätigkeitsstätte    
0,03 % von 40 000 EUR × 35 km × 12 Monate   5 040 EUR
Ohne Einzelnachweis sind bei der Pauschalversteuerung 180 Arbeitstage zu berücksichtigen:    
180 Arbeitstage × 20 km × 0,30 EUR 1 080 EUR  
180 Arbeitstage × 15 km × 0,35 EUR +  945 EUR  
Pauschalierungsfähig (= 1 080 EUR + 945 EUR) sind damit im Jahr 2021   2 025 EUR
Differenz (= 5 040 EUR – 2 025 EUR), nach den ELStAM zu versteuern   3 015 EUR

Der pauschal besteuerte Anteil ist in der Lohnsteuerbescheinigung einzutragen und wird auf die Abzugsmöglichkeiten des Mitarbeiters angerechnet. Die pauschale Lohnsteuer trägt grundsätzlich der Arbeitgeber, es besteht aber die Möglichkeit zur Abwälzung.

Bei den Reisekosten ändert sich jedoch nichts. Unverändert können auch im Jahr 2021 0,30 EUR je gefahrenem Kilometer steuerfrei erstattet oder in der Steuererklärung als Werbungskosten abgezogen werden.

[1] § 9 Abs. 1 Nr. 4 EStG i. d. F. des Gesetzes zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht.

In einem weiteren Schritt erfolgt von 2024 bis 2026 eine Erhöhung um weitere 3 Cent auf 0,38 EUR je Entfernungskilometer.

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