Hartz/Meeßen/Wolf, ABC-Führ... / B. Statistisches Material

I. Einwohner, Erwerbstätigkeit und Volkseinkommen

 

Rz. 2/1

Stand: EL 107 – ET: 09/2015

Seit 2003 waren die Bevölkerungszahlen rückläufig; zuletzt gab es einen leichten Anstieg. Ab 2011 handelt es sich nachfolgend um die Ergebnisse des Zensus 2011 (Quelle: www.destatis.de, Bevölkerung).

 
2005
Tsd
2006
Tsd
2007
Tsd
2008
Tsd
2009
Tsd
2010
Tsd
2011
Tsd
2012
Tsd
2013
Tsd
82 438 82 315 82 218 82 002 81 802 81 752 80 328 80 524 80 767
 

Rz. 2/2

Stand: EL 107 – ET: 09/2015

Die Zahl der Erwerbstätigen liegt seit einigen Jahren konstant über 40 Mio und ist bis einschließlich 2014 weiter gestiegen wie folgende Tabelle zeigt (Quelle: www.destatis.de, Arbeitsmarkt, Erwerbstätigkeit):

 
Erwerbstätige mit Wohnort in Deutschland in Tsd
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
39 220 39 559 40 259 40 805 40 845 40 983 41 522 41 979 42 226 42 598
 

Rz. 2/3

Stand: EL 107 – ET: 09/2015

Davon sind ca 22,4 Mio veranlagte ArbN und ca 4,2 Mio Selbständige (> Rz 11). Die Zahl der im Rahmen einer > Geringfügige Beschäftigung tätigen Personen beträgt zum 31.12.2014 insgesamt ca 7,14 Mio Personen; davon entfallen ca 0,285 Mio auf Minijobber im Privathaushalt (Beschäftigte iSv § 8a iVm § 8 Abs 1 Nr 1 SGB IV) und ca 6,85 Mio Personen auf Minijobs im gewerblichen Bereich (Beschäftigte iSv § 8 Abs 1 Nr 1 SGB IV; Quelle: Minijob-Zentrale – Aktuelle Entwicklungen).

 

Rz. 2/4

Stand: EL 107 – ET: 09/2015

Die umfassendste Einkommenskategorie einer Volkswirtschaft ist das in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) wiedergegebene Volkseinkommen. Es bezeichnet die Gesamtheit aller Einkommen aus nichtselbständiger und aus unternehmerischer Tätigkeit sowie aus Vermögen, die Inländer während einer Periode im Inland und im Ausland erzielt haben. Die ArbN-Entgelte sind ein Indikator der Arbeitskosten der Unternehmen im Rahmen der VGR. Diese Einkommensgröße ergibt sich als Summe der Bruttolöhne und -gehälter vor Lohnabzügen auf Seiten der ArbN (LSt, Sozialbeiträge) und der ArbG-Beiträge der ArbG zur Sozialversicherung. In den letzten Jahren war die Entwicklung der Arbeitnehmerentgelte auf Grund der vergleichsweise hohen Lohnabschlüsse deutlich positiv (Quelle www.destatis.de, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen).

 
Jahr Volkseinkommen Arbeitnehmerentgelte Unternehmens- und Vermögenseinkommen
Veränderungen in % pa
2005 1,5 – 0,2 5,1
2006 5,6 1,8 13,2
2007 4,0 2,8 6,1
2008 0,9 3,7 –   4,1
2009 – 4,1 0,4 – 12,6
2010 5,6 3,0 11,2
2011 5,4 4,3 7,7
2012 1,4 3,8 –   3,3
2013 2,2 2,8 0,9

II. Steuern und Steuerbelastung

1. Steueraufkommen

 

Rz. 3

Stand: EL 107 – ET: 09/2015

Trotz mehrfacher Entlastungen durch den Gesetzgeber steigt das Steueraufkommen insgesamt weiter an. Für die nachfolgenden Steuerarten (sowie den >  Solidaritätszuschlag ) ergab sich während der letzten Jahrzehnte folgende Entwicklung (Quelle: www.bundesfinanzministerium.de, Entwicklung der Steuereinnahmen; ab 1990 ist das Steueraufkommen im > Beitrittsgebiet in der Tabelle enthalten):

 
Jahr Lohnsteuer Veranlagte Einkommensteuer Körperschaftsteuer Umsatzsteuer Solidaritätszuschlag
  (in Mrd EUR) (in Mrd EUR) (in Mrd EUR) (in Mrd EUR) (in Mrd EUR)
1960 4,1 4,5 3,3 7,5  
1970 17,9 8,1 4,4 13,6  
1980 57,0 18,8 10,9 27,0  
1990 90,8 18,6 15,3 39,8  
2000 135,7 12,2 23,5 107,1 11,8
2005 118,9 9,7 16,3 108,4 10,3
2010 127,9 31,2 12,0 180,0 11,7
2011 139,7 32,0 15,6 190,0 12,8
2012 149,1 37,3 16,9 194,6 13,6
2013 158,2 42,3 19,5 196,8 14,4
 

Rz. 4

Stand: EL 107 – ET: 09/2015

Die Tabelle unter > Rz 3 zeigt, dass das Aufkommen an Lohnsteuer im Laufe der Jahre erheblich gewachsen ist. Am Gesamtsteueraufkommen hatte die Lohnsteuer einen Anteil in 1960 von 11,8 %, in 1970 von 22,8 %, in 1980 von 30,6 %, in 1990 von 31,9 %. Danach ist allerdings ein leichter Rückgang erkennbar, in 2000 lag der Anteil bei 29 %, in 2005 bei 26,3 % und in 2010 bei 24,11 %. In 2013 betrug das Lohnsteueraufkommen 25,5 % des Gesamtsteueraufkommens. Die Lohnsteuer bringt damit für den Fiskus neben der Umsatzsteuer den größten Ertrag.

 

Rz. 5

Stand: EL 107 – ET: 09/2015

Das Anwachsen des Aufkommens aus der Lohnsteuer im Verhältnis zur veranlagten Einkommensteuer bedarf allerdings einer Korrektur. Denn das Aufkommen an Einkommensteuer wird durch die den ArbN im Wege der Veranlagung erstattete Lohnsteuer gemindert. Dadurch werden das Lohnsteueraufkommen tendenziell zu hoch und das Einkommensteueraufkommen zu niedrig ausgewiesen. Außerdem mindert die Altersvorsorgezulage das Aufkommen (> Rz 27).

2. Steuer- und Abgabenquote

 

Rz. 6

Stand: EL 107 – ET: 09/2015

Mit den steigenden Bezügen der ArbN haben sich auch die Lohnsteuerlast und die Abgabenbelastung von 1960 bis heute stark verändert, wie die nachfolgenden Tabellen zeigen (BMF, Datensammlung zur Steuerpolitik 2013).

a) Ledige Arbeitnehmer, ohne Kinder, unter 50 Jahren (Steuerklasse I/0)

 
Jahr durchschnittlicher Jahresarbeitslohn Steuerbelastung einschließlich SolZ Sozialabgaben insgesamt (ArbN-Anteil) Abgabenbelastung insgesamt verfügbares Einkommen
  (in Euro) (in %) (in %) (in %) (in Euro) (in %)
1960 3 144 10,2 12,2 22,4 2 439 77,6
1970 7 076 15,0 13,2 28,2 5 080 71,8
1980 15 180 16,9 16,2 33,1 10 151 66,9
1990 21 479 16,...

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