Hartz/Meeßen/Wolf, ABC-Führ... / 4. Sonderfälle

a) Besteuerung bei schädlicher Verwendung

 

Rz. 67

Stand: EL 108 – ET: 01/2016

Eine schädliche Verwendung (> Private Altersvorsorge Rz 124 ff) liegt vor, soweit gefördertes Altersvorsorgevolumen nicht entsprechend den gesetzlichen Vorgaben (> Rz 56) ausgezahlt wird. Keine schädliche Verwendung ist hingegen die Auszahlung nicht geförderten Altersvorsorgevermögens entgegen den gesetzlichen Regelungen. Im Fall der steuerschädlichen Verwendung des geförderten Altersvorsorgevermögens (§ 93 Abs 1 Satz 1 und 2 EStG; vgl BMF vom 24.07.2013 Tz 207 ff, BStBl 2013 I, 1022) sind die darauf entfallenden Zulagen und die gesondert festgestellten Steuerermäßigungen zurückzuzahlen (> Private Altersvorsorge Rz 133). Die Besteuerung des ausgezahlten geförderten Altersvorsorgevermögens richtet sich im Falle der schädlichen Verwendung nach § 22 Nr 5 Satz 2 EStG (vgl § 22 Nr 5 Satz 3 EStG). Der Umfang der steuerlichen Erfassung richtet sich insoweit nach der Art der ausgezahlten Leistung (zu Einzelheiten vgl BMF vom 24.07.2013 Tz 217 ff, aaO). Zu den steuerlichen Folgen bei Wegzug ins Ausland (Stundung des Rückzahlungsbetrags) vgl BMF vom 24.07.2013 Tz 228 ff, aaO; die Erträge aus dem begünstigten Altersvorsorgevertrag unterliegen jedoch nur dann der deutschen Besteuerung, wenn es sich um inländische Einkünfte nach § 49 Abs 1 EStG handelt; zu Einzelheiten > Rz 18, 18/1.

b) Abfindung einer Kleinbetragsrente

 

Rz. 68

Stand: EL 108 – ET: 01/2016

Mit der Regelung des § 93 Abs 3 EStG kann eine schädliche Verwendung vermieden werden, denn danach gelten Auszahlungen zur Abfindung einer Kleinbetragsrente zu Beginn der Auszahlungsphase als unschädlich. Die mit dem AltEinkG eingeführte Regelung will den unverhältnismäßigen Aufwand vermeiden, der mit einer lebenslangen Auszahlung kleiner Rentenbeträge für den Anbieter verbunden ist.

Eine Kleinbetragsrente (vgl § 93 Abs 3 Satz 2 EStG) ist eine Rente, die bei gleichmäßiger Verrentung des gesamten zu Beginn der Auszahlungsphase zur Verfügung stehenden Kapitals eine monatliche Rente ergibt, die den Wert von 1 % der monatlichen Bezugsgröße (West) nach § 18 SGB IV (> Anh 6.5 ­ Tabelle 1) nicht übersteigt. Danach können im Jahr 2015 Anwartschaften abgefunden werden, bei denen der monatliche Rentenbetrag nicht mehr als 28,35 EUR beträgt. Maßgebend ist das zu Beginn der Auszahlungsphase zur Verfügung stehende geförderte Kapital einschließlich einer evtl Teilkapitalauszahlung (BMF vom 24.07.2013 Tz 194, aaO). Bestehen bei einem Anbieter mehrere Verträge, ist für diese Berechnung das geförderte Altersvorsorgevermögen sämtlicher Verträge, auf die nach § 79ff EStG geförderte Altersvorsorgebeiträge geleistet wurden, zusammenzufassen; zu Einzelheiten vgl BMF vom 24.07.2013 Tz 194 und 195, aaO. Soweit der Abfindungsbetrag einer Kleinbetragsrente auf geförderten Beiträgen beruht, unterliegt er nach § 22 Nr 5 Satz 1 EStG der vollen nachgelagerten Besteuerung (> Rz 62 ff).

 

Rz. 69

Stand: EL 108 – ET: 01/2016

Randziffer einstweilen frei.

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