Hartz/Meeßen/Wolf, ABC-Führ... / II. Rechtsentwicklung
 

Rz. 3

Stand: EL 126 – ET: 04/2021

§ 32b EStG wurde durch das EStRG vom 05.08.1974 (BGBl 1974 I, 1769) ab VZ 1975 in das EStG eingefügt. Die Regelung galt zunächst nur für die nach einem DBA steuerfreien ausländischen Einkünfte, um den in den DBA enthaltenen und von der FinVerw bereits früher angewandten Progressionsvorbehalt im innerstaatlichen Recht abzusichern (BT-Drs 7/2180). Bereits die frühere Verfahrensweise war aber verfassungsgemäß (vgl BFH 87, 273 = BStBl 1967 II, 88 sowie insbesondere BFH 119, 470 = BStBl 1976 II, 662).

Durch das 2. HStruktG vom 22.12.1981 (BGBl 1981 I, 1523) wurde der Progressionsvorbehalt ab dem VZ 1982 auf Arbeitslosengeld, > Kurzarbeitergeld, Schlechtwettergeld und Arbeitslosenhilfe ausgedehnt. Auch das ist verfassungsgemäß (BVerfG vom 24.04.1995 – 1 BvR 231/89, FR 1995, 589; vom 03.05.1995 – 1 BvR 1176/88, BStBl 1995 II, 758 = HFR 1995, 602; BFH 197, 495 = BStBl 2003 II, 302).

 

Rz. 3/1

Stand: EL 126 – ET: 04/2021

Das 8. AFG-ÄndG vom 14.12.1987 (BGBl 1987 I, 2602) bezog ab VZ 1986 das Überbrückungsgeld nach dem AFG und ab 1987 die Arbeitslosenbeihilfe oder Arbeitslosenhilfe nach dem SVG ein. Das AltTZG (> Altersteilzeit) vom 20.12.1988 (BGBl 1988 I, 2343) hat ab VZ 1989 auch die Aufstockungsbeträge dem Progressionsvorbehalt unterworfen (§ 32b Abs 1 Nr 1 Buchst g iVm § 52 Abs 21b EStG aF). Das StRefG 1990 vom 25.07.1988 (BGBl 1988 I, 1093) sowie das WoBauFördG vom 22.12.1989 (BGBl 1989 I, 2408) erweiterten den Katalog der dem Progressionsvorbehalt unterliegenden steuerfreien Sozialleistungen aus Gründen der Gleichbehandlung ab dem VZ 1990. Gleichzeitig wurden die Träger der Leistungen verpflichtet, den Stpfl Bescheinigungen über diese Einkommens-(Lohn-)Ersatzleistungen auszustellen und darin auf die steuerliche Behandlung und die Steuererklärungspflicht hinzuweisen (§ 32b Abs 3 EStG). Zu Einzelheiten > Rz 31 ff. Durch das StÄndG 1992 (BGBl 1992 I, 297) wurde der Anwendungskatalog rückwirkend ab dem VZ 1991 auf das Altersübergangsgeld (betr neue Bundesländer), den Zuschuss nach § 4a MuSchVO oder einer entsprechenden Landesregelung und das Vorruhestandsgeld in den neuen Bundesländern gemäß VO der ehemaligen DDR vom 08.02.1990 (GBl I Nr 7, 42) ausgedehnt. Das StMBG vom 21.12.1993 (BGBl 1993 I, 2310) bezog ab dem VZ 1994 auch die Eingliederungshilfe nach dem AFG in den Progressionsvorbehalt ein. Das Grenzpendlergesetz vom 24.06.1994 (BGBl 1994 I, 1395) weitete den Progressionsvorbehalt in § 32b Abs 1 Nr 2 EStG aus; zu Einzelheiten > Rz 12 ff. Mit dem 2. AFG-ÄndG im Bereich des Baugewerbes (BGBl 1995 I, 1809) wurde ab dem VZ 1995 das Winterausfallgeld (weggefallen ab 2007) in den Progressionsvorbehalt einbezogen.

 

Rz. 3/2

Stand: EL 126 – ET: 04/2021

Mit dem JStG 1996 vom 11.10.1995 (BGBl 1995 I, 1250) wurden umfangreiche Änderungen wirksam. Neben den in > Rz 2 beschriebenen Änderungen des persönlichen Anwendungsbereichs wurde der sachliche Anwendungsbereich ab dem VZ 1996 auf den Altersübergangsgeld-Ausgleichsbetrag ausgeweitet. Im Übrigen wurde die bisherige, aufwendige Schattenveranlagung durch eine einfache Hinzurechnungsmethode ersetzt. Die Anwendung des Progressionsvorbehalts wurde durch das JStG 1997 vom 20.12.1996 (BGBl 1996 I, 2049) ab VZ 1996 auf aus Landesmitteln ergänzte Leistungen aus dem > Europäischer Sozialfonds (ESF) zur Aufstockung der Leistungen nach § 55a AFG ausgedehnt, außerdem durch das BBVAnpG vom 06.08.1998 (BGBl 1998 I, 2026) auf Zuschläge nach § 6 BBesG sowie durch das StEntlG 1999/2000/2002 vom 24.03.1999 (BGBl 1999 I, 402) ab VZ 1999 auf Anteile eines unbeschränkt Stpfl an nach einem DBA steuerfreien Einkünften einer Organgesellschaft (§ 32b Abs 1a EStG; zu Einzelheiten > Rz 19). Das 1. SGB III-ÄndG vom 16.12.1997 (BGBl 1997 I, 2970) hat § 32b EStG der ab VZ 1999 eingetretenen Übernahme des Leistungskatalogs aus dem AFG in das SGB III angepasst. Nach dem StSenkG vom 23.10.2000 (BGBl 2000 I, 1433) gilt, dass in den Fällen des § 32b Abs 2 Nr 2–5 EStG die in den dort bezeichneten Einkünften enthaltenen außerordentlichen Einkünfte mit einem Fünftel berücksichtigt werden.

 

Rz. 4

Stand: EL 126 – ET: 04/2021

Ab dem VZ 2003 sind Arbeitsentgeltzuschüsse für ältere ArbN iRd 2. Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt vom 23.12.2002 (BGBl 2002 I, 4621 = BStBl 2002 I, 1209; "Hartz II") in den Anwendungsbereich einbezogen worden.

 

Rz. 4/1

Stand: EL 126 – ET: 04/2021

Seit dem VZ 2007 unterliegt das mit Gesetz vom 05.12.2006 (BGBl 2006 I, 2748) eingeführte Elterngeld dem Progressionsvorbehalt. Als weitere Änderung wurde durch das JStG 2007 vom 13.12.2006 (BGBl 2006 I, 2878) in § 32b EStG klargestellt, dass dem Progressionsvorbehalt Einkünfte unterliegen, die nach einem DBA steuerfrei sind (> Rz 15); bleiben sie nach zwischenstaatlichen Übereinkommen steuerfrei, unterliegen sie nur dann dem Progressionsvorbehalt, wenn dies in dem Übereinkommen ausdrücklich vorgesehen ist (> Rz 17, 18/1).

 

Rz. 5

Stand: EL 126 – ET: 04/2021

Mit dem JStG 2008 vom 20.12.2007 (BGBl 2007 I, 3150) ...

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