Hartz/Meeßen/Wolf, ABC-Führ... / 7. Umfang der Steuerfreiheit
 

Rz. 65

Stand: EL 114 – ET: 01/2018

Die Steuerfreiheit der Zuschläge für SFN-Arbeit ist auf einheitliche Prozentsätze begrenzt (Höchstsatz). Das gilt unabhängig davon, auf welcher Rechtsgrundlage (Gesetz, Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung, Einzelarbeitsvertrag; > Rz 30 ff) die Zahlungen beruhen. Steuerfrei bleiben aber nur die tatsächlich im Einzelfall gezahlten Zuschläge.

 

Rz. 66

Stand: EL 114 – ET: 01/2018

Überblicknach § 3b Abs 1 EStG: Der Zuschlag für Sonntagsarbeit (die nicht gleichzeitig Feiertagsarbeit ist) bleibt höchstens bis zu 50 % des Grundlohns steuerfrei. Der Zuschlag für Feiertagsarbeit sowie für Arbeit an Silvester ab 14 Uhr bleibt höchstens bis zu 125 % steuerfrei; der steuerfreie Prozentsatz erhöht sich für Arbeit an den Weihnachtsfeiertagen, am 1. Mai sowie an Heiligabend ab 14 Uhr auf 150 %. Bei Nachtarbeit beträgt der begünstigte Zuschlagsatz grundsätzlich 25 %. Dabei wird nicht zwischen regelmäßiger und gelegentlicher Nachtarbeit unterschieden. Der Zuschlag für Nachtarbeit erhöht sich für ArbN, die hiermit bereits vor Mitternacht begonnen haben, während der Kern-Nachtzeit (von 0–4 Uhr) auf 40 % (§ 3b Abs 3 Nr 1 EStG).

 

Rz. 67

Stand: EL 114 – ET: 01/2018

Durch die Begrenzung des begünstigten Grundlohns je Stunde auf 50 EUR beträgt der steuerfreie Zuschlag bis zu

für Nachtarbeit 12,50 EUR,
für Sonntagsarbeit 25 EUR und
für Feiertagsarbeit 62,50 EUR.
 

Rz. 68

Stand: EL 114 – ET: 01/2018

In bestimmten Fällen können die Zuschlagsätze kumulativ angewendet werden: Für Arbeit an Sonn- und Feiertagen oder nach Mitternacht bis 4 Uhr des Folgetages kann der Zuschlag von 50 % (Sonntagsarbeit), von 125 % (an gesetzlichen Feiertagen, Oster- und Pfingstsonntag und Silvester ab 14 Uhr) und von 150 % (Heiligabend ab 14 Uhr, 1. und 2. Weihnachtstag sowie 1. Mai) des § 3b Abs 1 Nr 2 bis 4 EStG neben dem Nachtzuschlag von 25 % (vgl § 3 Abs 1 Nr 1 EStG) steuerfrei bleiben. Wird nur einer dieser Zuschläge gewährt, ist der vereinbarte steuerfreie Zuschlag für Nachtarbeit mit dem vereinbarten steuerfreien Zuschlag für SF-Arbeit zusammenzurechnen (> R 3b Abs 3 Satz 1 und 2 LStR). Vgl Fischer/Hoberg, DB 2006, 1333, zur Optimierung der Zuschläge.

 

Rz. 69

Stand: EL 114 – ET: 01/2018

Ist ein Sonntag zugleich Feiertag, bleibt ein Zuschlag nur bis zur Höhe des jeweils in Betracht kommenden Feiertagszuschlags steuerfrei. Das gilt auch, wenn nur ein Sonntagszuschlag gezahlt wird (> R 3b Abs 4 LStR).

 

Beispiel:

Der ArbN X hat Anspruch auf einen Zuschlag für Sonntagsarbeit von 100 %. Ein Feiertagszuschlag ist nicht vereinbart. Sein Grundlohn betrage 35,78 EUR. Deshalb besteht grundsätzlich Anspruch auf einen Zuschlag von 35,78 EUR, von dem 17,89 EUR steuerfrei und 17,89 EUR steuerpflichtig sind. Für den Ostersonntag bleibt ein Feiertagszuschlag von bis zu 125 % des Grundlohns steuerfrei (vgl § 3b Abs 1 Nr 3 EStG; > R 3b Abs 3 Satz 3 LStR). Wird am Ostersonntag gearbeitet, kann der Sonntagszuschlag bis zur Höhe des Feiertagszuschlags steuerfrei bleiben, auch wenn ein Feiertagszuschlag gar nicht vereinbart ist. Für X bleibt in diesem Fall der volle Zuschlag für Sonntagsarbeit in Höhe von 35,78 EUR steuerfrei.

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