Hartz/Meeßen/Wolf, ABC-Führ... / V. Eigenleistungen des Arbeitnehmers

1. Zuzahlungen zu den Anschaffungskosten

 

Rz. 45

Stand: EL 117 – ET: 04/2019

Trägt der ArbN selbst einen Teil der Anschaffungskosten für das betriebliche Kfz einschließlich seiner Ausstattung, so stehen ihm dafür AfA (> Rz 39/1) nicht zu. Die Zuzahlung des ArbN mindert aber im VZ ihrer Leistung den geldwerten Vorteil aus der Überlassung des Kfz (> R 8.1 Abs 9 Nr 4 Satz 2 LStR). Eine danach verbleibende Zuzahlung kann auch noch in den folgenden VZ vom geldwerten Vorteil abgezogen werden (> R 8.1 Abs 9 Nr 4 Satz 3 LStR). Für die Sonderzahlung des ArbN beim > Leasing gilt Entsprechendes (H 8.1 (9–10) "Zuzahlungen des Arbeitnehmers" LStH).

 

Beispiel:

Der ArbG stellt dem ArbN einen Firmenwagen zur beruflichen und privaten Nutzung zur Verfügung. Betriebsüblich ist ein Pkw der gehobenen Mittelklasse im Wert von 45 000 EUR. Der ArbN möchte aber ein Sportfahrzeug fahren, das einen Anschaffungswert von 90 000 EUR hat. Der ArbG ist damit einverstanden, verlangt aber eine Zuzahlung für die Differenz zwischen 90 000 EUR und 45 000 EUR sowie einen Zuschlag für die zu erwartenden zusätzlichen variablen Betriebskosten. Der ArbN leistet deshalb eine Zuzahlung iHv 50 000 EUR.

Der ArbG versteuert den Sachbezug der außerberuflichen Pkw-Nutzung als Teil des Arbeitslohns unter Anwendung von § 8 Abs 2 Satz 2 EStG mit 1 % des Listenpreises/Monat (angenommen [12 × 900 =] 10 800 EUR im Kalenderjahr). Für die Nutzung zu Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb ist ein weiterer geldwerter Vorteil von (angenommen 20 km × 12 × [90 000 × 0,03 %] =) 6 480 EUR im Kalenderjahr zu versteuern, insgesamt also 17 280 EUR. Die in einer Summe geleistete Zuzahlung des ArbN wird gegen den geldwerten Vorteil solange verrechnet, bis sie verbraucht ist. Das wird nach knapp 35 Monaten der Fall sein. Danach erst versteuert der ArbG auf Grund der privaten Nutzung des Sportwagens 17 280 EUR Jahr.

Zu einem Beispiel mit Wechsel des Kfz vgl H 8.1 (9–10) "Zuzahlungen des Arbeitnehmers" LStH.

 

Rz. 46

Stand: EL 117 – ET: 04/2019

Zuzahlungen können bis auf 0 EUR auf die geldwerten Vorteile angerechnet werden. Die höchstmögliche Anrechnung ist dabei idR auch vorteilhaft. Ausnahmsweise ist die Zuzahlung auf die Nutzungsdauer des Kfz gleichmäßig zu verteilen, wenn mit dem ArbG die Dauer der Nutzungsüberlassung für diese Zeit ausdrücklich vereinbart wurde (EFG 2018, 1170 – Rev, BFH VI R 18/18 sowie Parallelentscheidung EFG 2018, 1626 – Rev, BFH VI R 19/18).

 

Rz. 47

Stand: EL 117 – ET: 04/2019

Wird eine Zuzahlung dem ArbN vom ArbG zurückgezahlt, zB weil das Dienstverhältnis vorzeitig aufgelöst wird oder der Firmenwagen gewechselt wird, so ist der zurückgezahlte Betrag als > Arbeitslohn zu versteuern, soweit der geldwerte Vorteil aus der privaten Benutzung des Kfz durch die Zuzahlung gemindert worden ist (> R 8.1 Abs 9 Nr 4 Satz 4 LStR).

2. Laufende Nutzungsvergütungen

 

Rz. 48

Stand: EL 117 – ET: 04/2019

Zahlt der ArbN an den ArbG für die laufende Nutzung des Kfz ein Entgelt, so mindert dieses den privaten Nutzungswert (> R 8.1 Abs 9 Nr 4 Satz 1 LStR). Dabei ist es unerheblich, ob das Nutzungsentgelt pauschal oder entsprechend der tatsächlichen Nutzung des Kfz bemessen wird (> R 8.1 Abs 9 Nr 4 Satz 1 LStR).

 

Rz. 48/1

Stand: EL 117 – ET: 04/2019

Ein derartiges Nutzungsentgelt kann in folgenden Varianten vorkommen (BMF vom 04.04.2018, Rz 50 Buchst a) bis d), BStBl 2018 I, 592):

ein arbeitsvertraglich oder aufgrund einer anderen arbeits- oder dienstrechtlichen Rechtsgrundlage vereinbarter nutzungsunabhängiger pauschaler Betrag (zB eine Monatspauschale),
ein arbeitsvertraglich oder aufgrund einer anderen arbeits- oder dienstrechtlichen Rechtsgrundlage vereinbarter an den gefahrenen Km ausgerichteter Betrag (zB Kilometer-Pauschale),
die arbeitsvertraglich oder aufgrund einer anderen arbeits- oder dienstrechtlichen Rechtsgrundlage vom ArbN übernommenen Leasingraten,
und neuerdings die arbeitsvertraglich oder aufgrund einer anderen arbeits- oder dienstrechtlichen Rechtsgrundlage vereinbarte vollständige oder teilweise Übernahme einzelner Kraftfahrzeugkosten durch ArbN (> Rz 50).
 

Beispiel:

Dem A stellt seine Firma ein Kfz zur beruflichen und privaten Benutzung einschließlich für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte zur Verfügung. Der pauschale Nutzungswert für Privatfahrten beträgt monatlich 300 EUR (Listenpreis 30 000 EUR); hinzu kommt ein Nutzungswert für Fahrten von der 28,6 km entfernten Wohnung zum Betrieb und zurück iHv (28 [Abrundung, da nur volle Entfernungs-km maßgebend; vgl > Rz 32] × 30 000 × 0,03 % =) 252 EUR. Insgesamt erhält A einen geldwerten Vorteil von 552 EUR monatlich. Vereinbart A mit seiner Firma ein Nutzungsentgelt von 50 EUR monatlich, das von seinem versteuerten Arbeitslohn einbehalten wird, so beträgt der dem LSt-Abzug unterliegende geldwerte Vorteil nur noch 502 EUR mtl. Benutzt A das Kfz zB an 22 Arbeitstagen im Monat für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, kann er außerdem > Werbungskosten iRd > Entfernungspauschale iHv (28 × 0,30 × 22 =) 185 EUR geltend machen.

 

Rz. 48/2

Stand: EL 117 – ET: 04/2019

Übersteigt da...

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