Hartz/Meeßen/Wolf, ABC-Führer Lohnsteuer, Erststudium

Stand: EL 122 – ET: 05/2020

Aufwendungen für ein Erststudium, das zugleich eine Erstausbildung vermittelt, sind keine WK/BA (§§ 9 Abs 6 und 4 Abs 9 EStG). Aufwendungen für die erstmalige Berufsausbildung werden nur ausnahmsweise als WK abgezogen, wenn die Bildungsmaßnahme im Rahmen eines Dienstverhältnisses (Ausbildungsverhältnis) stattfindet. Ansonsten werden die Aufwendungen nur als > Sonderausgaben bis zu 6 000 EUR (früher 4 000 EUR) im Kalenderjahr steuerlich berücksichtigt (§ 10 Abs 1 Nr 7 EStG). Zur Abgrenzung des "Erststudiums" > Bildungsaufwendungen Rz 15 ff; > R 9.2 LStR.

Nach Entscheidung des BVerfG ist das Abzugsverbot für > Werbungskosten in § 9 Abs 6 EStG verfassungskonform (Beschluss vom 19.11.2019, 2 BvL 22/14, 2 BvL 23/14, 2 BvL 24/14, 2 BvL 25/14, 2 Bvl 25/14 und 2 BvL 27/14, DStR 2020, 93; differenziert dazu zB Hilbert, NWB 2020, 136 und BB 2020, 735, explizit kritisch etwa Braun, FAZ vom 17.01.2020 S 14). Die Erstausbildung oder das Erststudium unmittelbar nach dem Schulabschluss vermittelt demnach nicht nur Berufswissen, sondern prägt die Person in einem umfassenderen Sinne. Deshalb durfte der Gesetzgeber solche Aufwendungen als privat (mit-)veranlasst qualifizieren und den SA zuordnen. Auch der Höchstbetrag begegnet keinen verfassungsrechtlichen Bedenken.

Für den Abzug von > Betriebsausgaben hatte bereits der VIII. Senat des BFH § 4 Abs 9 EStG als zulässige, verfassungskonforme Typisierung des Gesetzgebers qualifiziert (BFH 243, 486 = BStBl 2014 II, 165).

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