Hartz/Meeßen/Wolf, ABC-Führ... / II. Entfernungspauschale für Familienheimfahrten bei doppelter Haushaltsführung (§ 9 Abs 1 Satz 3 Nr 5 EStG)
 

Rz. 103

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Zur Abgrenzung der Auswärtstätigkeit mit Übernachtung und einer > Doppelte Haushaltsführung Rz 5 ff. Für Heimfahrten bei einer doppelten Haushaltsführung iSv § 9 Abs 1 Satz 3 Nr 5 EStG gilt eine besondere Entfernungspauschale.

 

Rz. 103/1

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Auch für solche Familienheimfahrten ist das ‚Werkstorprinzip‘(> Rz 3) wieder aufgegeben worden; die Aufwendungen gehören zur beruflichen Sphäre und deshalb grundsätzlich zu den WK/BA. Familienheimfahrten sind wieder in § 9 Abs 1 Satz 3 Nr 5 EStG geregelt. Der Abzug von WK wird dort für die Fahrtkosten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte allerdings auf eine Familienheimfahrt pro Woche beschränkt. Das ist die Heimfahrt vom auswärtigen Beschäftigungsort zum Ort des eigenen Hausstands (Familien-Wohnung) des ArbN; ungeachtet der Bezeichnung ‚Familienheimfahrten‘ sind Aufwendungen aber auch bei ledigen ArbN mit eigenem Hausstand WK (zu Einzelheiten > Doppelte Haushaltsführung Rz 115 ff).

 

Rz. 103/2

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Für jeden vollen Entfernungs-km und Arbeitstag werden (ohne Höchstbetrag (vgl § 9 Abs 1 Satz 3 Nr 5 Satz 5 EStG) 0,30 EUR angesetzt; maßgebend ist die kürzeste Straßenverbindung zwischen dem Ort des eigenen Hausstands und dem Beschäftigungsort (gemeint ist uE jeweils die Ortschaft, die Gemeinde) und gemessen wird von Ortsmittelpunkt zu Ortsmittelpunkt. Das besagt nicht nur der – von § 9 Abs 1 Satz 3 Nr 4 Satz 2 EStG abweichende – Gesetzeswortlaut; nur so ist eine Prüfung durch Dritte (FA) handhabbar. Auch bei Familienheimfahrten sind Flugstrecken und Strecken mit steuerfreier Sammelbeförderung von der Entfernungspauschale ausgenommen (> Rz 30/1, 70/1). Für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel gilt, dass tatsächliche Aufwendungen, die mit der individuellen Entfernungspauschale nicht abgedeckt werden, zusätzlich als WK abgezogen werden können (vgl § 9 Abs 2 Satz 2 EStG; > Rz 68). Bei Benutzung eines Firmenwagens wird keine Entfernungspauschale berücksichtigt, weil sich hier der geldwerte Vorteil der Benutzung und die WK ausgleichen (zur Überlassung eines Kfz > Kraftfahrzeuggestellung Rz 54 und > Doppelte Haushaltsführung Rz 119/2). Auch für Familienheimfahren gilt, dass durch die Entfernungspauschale sämtliche Aufwendungen abgegolten sind; das gilt allerdings nicht für außergewöhnliche Aufwendungen wie Unfallkosten (> Rz 75 ff).

 

Rz. 104

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Zahlt der ArbG nach § 3 Nr 13 oder Nr 16 EStG steuerfreie Auslösungen für Familienheimfahrten (> Auslösungen bei privaten Arbeitgebern Rz 28/1), muss das FA sie gemäß § 3c Abs 1 EStG auf die für Familienheimfahrten anzusetzende Entfernungspauschale anrechnen. Auch der Wert von Verkehrsleistungen des ArbG, die nach § 8 Abs 3 EStG steuerfrei sind, mindert die Entfernungspauschale; § 9 Abs 1 Satz 1 Nr 4 Satz 5 EStG ist entsprechend anzuwenden (> Rz 5, > Rz 73).

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