Rz. 113

Stand: EL 127 – ET: 08/2021

Zuschüsse des ArbG zu den Aufwendungen für den Weg zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte gehören als WK-Ersatz grundsätzlich zum stpfl > Arbeitslohn. Das gilt insbesondere für Vergütungen bei Benutzung des eigenen Kraftfahrzeugs, soweit sie nicht ausnahmsweise steuerfreie Reisekosten oder Mehraufwendungen für Familienheimfahrten bei doppelter Haushaltsführung sind (§ 3 Nr 13 EStG und § 3 Nr 16 EStG; > Fahrtkostenzuschüsse). Steuerpflichtig ist außerdem die Erstattung von Aufwendungen bei einem > Kraftfahrzeugunfall auf dem Weg zur Arbeit; sie teilt das steuerrechtliche Schicksal der jeweiligen Fahrtkosten (BFH 141, 35 = BStBl 1984 II, 434; > Rz 78, 79).

 

Rz. 114

Stand: EL 127 – ET: 08/2021

Zuschüsse und Fahrkarten für den Weg zur ersten Tätigkeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln können hingegen steuerfrei bleiben, wenn sie zusätzlich zum > Arbeitslohn gewährt werden (§ 3 Nr 15 EStG, > Rz 74/1). Alternativ ist eine Pauschalierung mit 25 % auch bei Gehaltsumwandlung möglich (§ 40 Abs 2 Satz 2 Nr 2; > Rz 75).

 

Rz. 115

Stand: EL 127 – ET: 08/2021

Die unentgeltliche oder verbilligte Sammelbeförderung eines ArbN zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (> Rz 30, > Rz 73) ist nur dann steuerfrei, wenn die Sammelbeförderung für den betrieblichen Einsatz des ArbN notwendig ist (§ 3 Nr 32 EStG; R 3.32 LStR; ergänzend > Sammelbeförderung).

 

Rz. 116

Stand: EL 127 – ET: 08/2021

Steuerpflichtige Zuschüsse für Fahrten mit dem eigenen Kfz kann der ArbG bis zur Höhe des Betrags, der nach § 9 Abs 1 Satz 3 Nr 4 und Abs 2 EStG beim ArbN als WK angesetzt werden könnte, mit 15 % pauschal versteuern (§ 40 Abs 2 Satz 2 Nr 1 EStG, > Rz 75). Der ArbG darf die Zuschüsse also nur bis zur Höhe der nach § 9 Abs 1 Satz 3 Nr 4 Satz 2 EStG als WK abziehbaren Entfernungspauschale pauschal besteuern. Aus Vereinfachungsgründen kann der ArbG dabei von 15 Fahrten zur Arbeit im Monat ausgehen (vgl BMF vom 31.10.2013, Tz 5.2, BStBl 2013 I, 1376). Ob die pauschale Annahme von 180 Fahrten/Fahrttagen im Jahr auch zukünftig in allen Fällen und ohne > Glaubhaftmachung beibehalten wird, erscheint uE aufgrund der fortschreitenden Nutzung von > Home-Office bzw > Telearbeit zweifelhaft.

 

Rz. 117

Stand: EL 127 – ET: 08/2021

Der geldwerte Vorteil aus der Überlassung eines Kfz für Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte (ausgenommen eine steuerfreie Sammelbeförderung > Rz 115) unterliegt dem LSt-Abzug. Auch dafür kann der ArbG die LSt mit 25 % pauschal erheben (> Rz 116). Die Höhe des pauschal besteuerbaren Zuschusses oder Sachbezugswerts ist wiederum begrenzt durch den Betrag, den der ArbN als Entfernungspauschale nach § 9 Abs 1 Satz 3 Nr 4 und Abs 2 EStG als WK geltend machen könnte, wenn die Bezüge nicht pauschal versteuert würden (§ 40 Abs 2 Satz 2 Nr 1 EStG; > Pauschalierung der Lohnsteuer Rz 160 ff).

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