Hartz/Meeßen/Wolf, ABC-Führ... / E. Fahrtkostenersatz oder unentgeltliche Beförderung durch den Arbeitgeber als Arbeitslohn
 

Rz. 113

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Zuschüsse des ArbG zu den Aufwendungen für den Weg zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte gehören als WK-Ersatz grundsätzlich zum stpfl Arbeitslohn. Das gilt grundsätzlich auch für Vergütungen bei Benutzung des eigenen Kraftfahrzeugs oder von öffentlichen Verkehrsmitteln – auch für den ÖPNV –, soweit sie nicht ausnahmsweise steuerfreie Reisekosten oder Mehraufwendungen für Familienheimfahrten bei doppelter Haushaltsführung sind (§ 3 Nr 13 EStG und § 3 Nr 16 EStG; > Fahrtkostenzuschüsse).

Steuerpflichtig ist außerdem die Erstattung von Aufwendungen bei einem > Kraftfahrzeugunfall auf dem Weg zur Arbeit; sie teilt das steuerrechtliche Schicksal der jeweiligen Fahrtkosten (BFH 141, 35 = BStBl 1984 II, 434; > Rz 78, 79). Das Gleiche gilt für die Erstattung von Fahrtkosten für (besondere) Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, die begrifflich keine Reisekosten sind (FinVerw, DB 1991, 469).

 

Rz. 114

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Soweit die Zuschüsse steuerpflichtig sind, kann sie der ArbG bis zur Höhe des Betrags, der nach § 9 Abs 1 Satz 3 Nr 4 und Abs 2 EStG beim ArbN als WK angesetzt werden könnte, pauschal versteuern (§ 40 Abs 2 Satz 2 EStG, > Pauschalierung der Lohnsteuer Rz 160 ff; > R 40.2 Abs 6 Satz 2 LStR 2014). Die pauschal versteuerten Zuschüsse muss der ArbG in der > Lohnsteuerbescheinigung gesondert aufführen; sie mindern die abziehbaren WK.

 

Rz. 115

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Zur Behandlung steuerfreier SachbezügeRz 74 ff. Die unentgeltliche oder verbilligte Sammelbeförderung eines ArbN zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit einem vom ArbG gestellten Kfz (Betriebsbus) ist nur dann steuerfrei, wenn die Sammelbeförderung für den betrieblichen Einsatz des ArbN notwendig ist (§ 3 Nr 32 EStG; > R 3.32 LStR. Ergänzend > Kraftfahrzeuggestellung Rz 4; > Sammelbeförderung).

 

Rz. 116

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Steuerpflichtige Sachbezüge: Der geldwerte Vorteil aus der Überlassung eines Kfz (ausgenommen eine steuerfreie Sammelbeförderung > Rz 115) und Zuwendungen des ArbG für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit dem Kfz unterliegen dem üblichen LSt-Abzug. Ergänzend >  Job-Ticket und >  BahnCard. Auch für steuerpflichtige Sachbezüge kann der ArbG die LSt mit einem Pauschsteuersatz erheben (> Rz 114). Die Höhe des pauschal besteuerbaren Zuschusses oder Sachbezugswerts ist begrenzt durch den Betrag, den der ArbN als Entfernungspauschale nach § 9 Abs 1 Satz 3 Nr 4 und Abs 2 EStG als WK geltend machen könnte, wenn die Bezüge nicht pauschal versteuert würden (§ 40 Abs 2 Satz 2 EStG; > Pauschalierung der Lohnsteuer Rz 160 ff).

 

Rz. 117

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Auch bei Benutzung eines eigenen oder zur Nutzung überlassenen Kraftwagens sind die Aufwendungen des ArbN mit der Entfernungspauschale anzusetzen. Der ArbG darf Zuschüsse nur bis zur Höhe der nach § 9 Abs 1 Satz 3 Nr 4 Satz 2 EStG als WK abziehbaren Entfernungspauschale pauschal besteuern. Die LSt für einen höheren Zuschuss als 4 500 EUR darf er nur pauschalieren, soweit die Entfernungspauschale für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte diesen Betrag übersteigt; das sind die Fälle des § 9 Abs 1 Satz 3 Nr 4 Satz 2 HS 2 (PKW-Benutzung > Rz 67) und § 9 Abs 2 Satz 2 EStG (Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel > Rz 68). Aus Vereinfachungsgründen kann von 15 Fahrten zur Arbeit im Monat ausgegangen werden (vgl BMF vom 31.10.2013 Tz 5.2, BStBl 2013 I, 1376).

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