Hartz/Meeßen/Wolf, ABC-Führ... / d) Besonderheiten bei Aus- und Fortbildung
 

Rz. 29

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Im Rahmen der innerbetrieblichen Aus- und Fortbildung werden die Fahrtkosten auch dann nur in Höhe der Entfernungspauschale berücksichtigt, wenn der ArbN seine erste Tätigkeitsstätte ausschließlich zum Zwecke der Unterrichtung aufsucht (BFH 201, 308 – aaO).

 

Rz. 29/1

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Bei einer überbetrieblichen – außerhalb der ersten Tätigkeitsstätte stattfindenden Aus- und Fortbildung ist zwischen einer vorübergehenden und einer dauerhaften Bildungsmaßnahme (> Rz 29/2) zu unterscheiden.

Fahrten zu einer außerhalb der Wohnung und einer ersten Tätigkeitsstätte gelegenen Bildungsstätte, die nur vorübergehend aufgesucht wird, werden nach den Regelungen für Auswärtstätigkeiten behandelt; hier gilt die Entfernungspauschale nicht; die Fahrtkosten zwischen der ersten Tätigkeitsstätte oder der Wohnung sind ohne zeitliche Begrenzung in tatsächlicher Höhe abziehbar. Das gilt zB für den Besuch einer Berufsschule oder einer vom ArbG im Rahmen der Berufsausbildung in den Ausbildungsplan eingebundenen überbetrieblichen Bildungseinrichtung, zB einer branchenspezifischen oder verwaltungsinternen Fachhochschule. Ergänzend > Auszubildende Rz 5, > Beamtenanwärter Rz 16, > Bildungsaufwendungen; > Fortbildungsveranstaltungen Rz 11 ff. Gleiches gilt bei einem nebenberuflichen Studium (zB drei Semester BWL) oder einer Fortbildungsmaßnahme, die nur als Ergänzung der Berufsausbildung geplant sind.

 

Beispiel:

Der technische Angestellte K ist in Vollzeit beschäftigt. Zusätzlich nimmt er an einer Fortbildungsmaßnahme zum Werkzeugkonstrukteur teil. Der Unterricht findet dienstags und freitags von 17.30 – 21.00 Uhr und samstags von 8.30 – 15.00 Uhr statt, er dauert etwa 4 Jahre lang. K hat typischerweise nicht die Möglichkeit, seine Wegekosten gering zu halten. Seine in der Freizeit ausgeübte (Fort-)Bildungsmaßnahme erstreckt sich zwar über vier Jahre und ist damit längerfristig; sie ist indessen vorübergehend und nicht auf Dauer angelegt (BFH 221, 35 = BStBl 2008 II, 825).

 

Rz. 29/2

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Ab dem VZ 2014 werden die ausserhalb eines Dienstverhältnisses anfallenden Fahrtkosten zwischen Hochschule/Bildungsstätte und der Wohnung nur noch mit der Entfernungspauschale berücksichtigt. Denn als erste Tätigkeitsstätte "gilt" nunmehr eine Bildungseinrichtung, die außerhalb eines Dienstverhältnisses im Rahmen einer vollzeitigen Bildungsmaßnahme aufgesucht wird (vgl § 9 Abs 4 Satz 8 EStG). Damit ist seither die Auffassung des BFH überholt, dass eine Bildungseinrichtung keine regelmäßige Arbeitsstätte ist (BFH 236, 431 = BStBl 2013 II, 234 und BFH 236, 439 = BStBl 2013 II, 236). ‚Vollzeit‘ wird eine Bildungsmaßnahme betrieben, wenn daneben keine oder nur eine geringfügige Erwerbstätigkeit mit bis zu 20 Wochenstunden oder eine > Geringfügige Beschäftigung ausgeübt wird (vgl BMF vom 24.10.2014 Rz 32 ff; aaO = > Anh 2 Reisekosten ab 2014 ).

Diese Grundsätze gelten, wenn die Aufwendungen zu WK führen (> Bildungsaufwendungen Rz 10 ff), aber auch wenn der Stpfl die Aufwendungen nur als SA abziehen darf (§ 10 Abs 1 Nr 7 EStG; > Bildungsaufwendungen Rz 55).

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